Rückblickend war 2025 ein ziemlich turbulentes Jahr für den kanadischen Handel, doch das Gold rettete die Situation.
Kanada verzeichnete mit 31,3 Milliarden US-Dollar sein größtes Handelsbilanzdefizit seit 2020. Ökonomen der Bank of Montreal und der National Bank wiesen darauf hin, dass die Rekordpreise für Gold wie ein Pflaster wirkten und verschleierten, wie stark die Handelsbilanz tatsächlich blutete.
Ein Beispiel: Während die Energieexporte zu kämpfen hatten – mit einem Rückgang des Marktwerts um 6,9 %, vor allem aufgrund sinkender Preise – fungierten Edelmetalle laut Statistics Canada als gewaltiges makroökonomisches Kissen und stiegen um 41,7 %. Ohne diesen Zuwachs bei den Metallen wären die gesamten Jahresexporte um 3,0 % gesunken, statt des tatsächlichen Rückgangs von nur 0,2 %.
Zudem orientierte sich Kanada neu, als es im vergangenen Jahr Probleme mit US-Zöllen gab. Die Exporte in Märkte außerhalb der USA erreichten im Dezember 2025 ein Allzeithoch, wobei Goldverkäufe nach Großbritannien und in die Schweiz den Großteil der Arbeit leisteten. Der Bergbausektor entwickelte sich zu einem der am schnellsten wachsenden Teile der Wirtschaft. Die Gewinnung von Metallerzen verzeichnete zu Beginn des Jahres einen Preissprung von 8,4 %.
Große inländische Akteure wie Triple Flag Precious Metals – das als Streaming- und Royalty-Unternehmen agiert – wandelten diese Rekordpreise in einen beneidenswerten Cashflow um. Das Unternehmen meldete bis Ende 2025 eine Gesamtliquidität von über 1 Mrd. USD und bewies damit, dass die Bergbauindustrie das Fundament der finanziellen Widerstandsfähigkeit Kanadas blieb.
Meilensteine der Förderung
Auch die operativen Zahlen vor Ort waren beeindruckend. Triple Flag Precious Metals erreichte einen Rekordwert von 113.237 Goldäquivalent-Unzen (GEOs) und verzeichnete damit das neunte Wachstumsjahr in Folge. Es gelang ihnen, ihre Leistung im Vergleich zu den 105.087 GEOs aus dem Jahr 2024 um 7,8 % im Jahresvergleich zu steigern.
Diese Gesamtproduktion basierte auf einem soliden Mix aus 72.766 Unzen Gold und 40.471 Unzen Silber. Der Hauptbeitrag kam von einigen Schlüsselstandorten, insbesondere der Cerro Lindo-Mine in Peru, die allein im vierten Quartal 9.319 GEOs lieferte und einen Meilenstein von insgesamt 18,9 Millionen gelieferten Silberunzen seit Beginn des Streamings erreichte.
Der goldene Boden
Wenig überraschend halfen diese hohen Produktionszahlen der Bilanz. Triple Flag Metals erzielte einen Gesamtumsatz von rekordverdächtigen 388,7 Mio. USD, ein Sprung von 44,5 % gegenüber den 269 Mio. USD im Jahr 2024. Das Nettoergebnis des Unternehmens vollzog eine massive Kehrtwende: von einem Nettoverlust von 23,1 Mio. USD im Vorjahr hin zu einem Gewinn von 240 Mio. USD.
Während Gold der Hauptumsatzträger war, stiegen die Silbereinnahmen um fast 50 % von 97,7 Mio. USD im Jahr 2024 auf 145,7 Mio. USD. Das Unternehmen blieb schuldenfrei mit einer Gesamtliquidität von über 1 Mrd. USD und rund 70 Mio. USD an Barmitteln.
Mit Blick auf die Zukunft erwartet das Management für 2026 einen leichten Rückgang im Jahresvergleich mit einer Prognosespanne von 95.000 bis 105.000 GEOs, bedingt durch geplante Abbausequenzen bei Northparkes und eine vertraglich festgelegte Reduzierung bei Cerro Lindo.
Aufwärtspotenzial im Visier
Trotz dieses vorübergehenden Rückgangs in der Produktionsprognose hat die robuste finanzielle Gesundheit des Unternehmens die Anlegerstimmung hochgehalten. Triple Flag Metals genießt derzeit großes Marktvertrauen; die Aktie notiert bei 53,0 CAD (39,15 USD), was einer Marktkapitalisierung von 6,9 Mrd. CAD (8,08 Mrd. USD) entspricht. Zum Vergleich: Die Aktie ist in den letzten 12 Monaten um 110,93 % gestiegen.
Wie sich herausstellt, deuten die Zahlen trotz dieser massiven dreistelligen Rallye darauf hin, dass die Aktie immer noch viel Wert bietet. Während das Unternehmen ein historisches durchschnittliches KGV von 45,0x aufweist, wird die vorausschauende KGV-Bewertung für 2027 auf 26x geschätzt.
Diese Bewertungslücke hat das Interesse der Analysten geweckt. Die Stimmung an der Wall Street bleibt weitgehend optimistisch; von den 11 Analysten, die die Aktie derzeit beobachten, haben sieben eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Dieser Optimismus spiegelt sich in einem durchschnittlichen Kursziel von 45,3 USD wider, was ein potenzielles Aufwärtspotenzial von 15 % gegenüber dem aktuellen Niveau suggeriert.
Risiken im Blick
Nun zu den Schattenseiten. Das "Vermieter-Modell" von Triple Flag Metals bringt eigene Herausforderungen mit sich, vor allem weil sie keine Kontrolle über die Minen haben, in die sie investieren. Wenn Partner an Standorten wie Cerro Lindo auf betriebliche Schwierigkeiten stoßen oder mit Streiks konfrontiert sind, gerät der Cashflow des Unternehmens ins Stocken. Da einige wenige Vorzeigeminen den Großteil des Umsatzes generieren, kann ein schlechtes Jahr an einem Hauptstandort wie Northparkes die Bilanz erheblich belasten.
Geopolitische Probleme in Ländern wie Peru fügen eine weitere Ebene der Unberechenbarkeit hinzu. Da der Umsatz an die Marktpreise gebunden ist, würde jeder plötzliche Rückgang bei Gold oder Silber die Gewinnmargen schnell schrumpfen lassen.



















