Die US-amerikanischen und europäischen Börsen verzeichneten am Mittwoch deutliche Gewinne, in der Hoffnung, dass sich der Konflikt im Nahen Osten bald abkühlen könnte. Gleichzeitig trug die Stabilisierung der Öl- und Energiemärkte dazu bei, den Boden für eine Erholung anderer stark angeschlagener Vermögenswerte zu bereiten.
Mehr dazu weiter unten. In meiner heutigen Kolumne beleuchte ich, warum geopolitische Krisen und das Risiko eines Dollar-Liquiditätsschocks daran erinnern, dass der Übergang von einem dollarzentrierten Finanzuniversum hin zu einer fragmentierteren, multipolaren Welt sehr holprig verlaufen könnte.
Falls Sie mehr Zeit zum Lesen haben, empfehle ich Ihnen folgende Artikel, die helfen, die heutigen Marktentwicklungen besser zu verstehen.
1. US-U-Boot versenkt iranisches Kriegsschiff vor Sri Lanka, 87 Tote und Ausweitung des Kriegsgebiets
2. Trumps Hormus-Schifffahrtsplan kommt zu wenig, zu spät im Rennen, um Energieschock abzuwenden: Bousso
3. Gold versagt angesichts des Chaos im Nahen Osten: Mike Dolan
4. EZB fürchtet Inflationsschub durch Iran-Krieg nach Versäumnis beim letzten „vorübergehenden“ Anstieg
5. Chinas Industrie schrumpft, aber private Umfrage erreicht fünfjähriges Hoch
Die wichtigsten Marktbewegungen des Tages
* AKTIEN: Asien schwer getroffen – insbesondere Südkorea –; Europa steigt um 1-3 %, Wall Street schließt ebenfalls im Plus.
* SEKTOREN/AKTIEN: Acht S&P-500-Sektoren steigen, angeführt von zyklischen Konsumgütern. Energie, Basiskonsum und Rohstoffe fallen. Amazon +4 %, Cisco +2,5 %.
* DEVISEN: Achterbahnfahrt für Schwellenmarkt-Währungen – erst getroffen, dann starker Schluss. BRL, ZAR, MXN passen in dieses Muster, KRW erholt sich vom 17-Jahres-Tief, INR vom Rekordtief. Größter G10-Gewinner ist AUD. Bitcoin +8 % über 73.000 $, ein Einmonatshoch.
* ANLEIHEN: Renditen von US-Staatsanleihen steigen erneut, am kurzen Ende um 5 Basispunkte, was die Zinskurve bear-flattert. 2s/10s-Kurve 54 Basispunkte, flachster Schluss in diesem Jahr.
* ROHSTOFFE/METALLE: Öl stabil, da US-Rohölvorräte steigen, europäisches LNG -10 %. Gold +1 %, andere Edelmetalle bis zu 3 % im Plus.
Heutige Gesprächspunkte
* Und ... durchatmen?
Ob Gewinnmitnahmen, Positionsanpassungen, taktisches Trading, ein technischer Bounce oder Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende: Einige der übertriebenen Marktbewegungen, die durch die Turbulenzen im Nahen Osten ausgelöst wurden, kamen am Mittwoch zum Stillstand oder kehrten sich etwas um, als Investoren eine Verschnaufpause einlegten.
Das bedeutete, dass Öl, der Dollar und die Volatilität allesamt sanken, während die Wall Street, europäische Aktien, Schwellenmarkt-Devisen und Silber sich deutlich erholten. Asien blieb jedoch außen vor – dort wurden die Börsen am Mittwoch regelrecht abgestraft. Am Donnerstag Nachholpotenzial?
* Fundamentale wirtschaftliche Stärke
Warnhinweis: Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Februar stammen aus der Zeit vor der Nahostkrise. Dennoch zeigten die Zahlen am Mittwoch, dass die Geschäftstätigkeit weltweit im vergangenen Monat überraschend solide lief.
Die PMIs für den Dienstleistungssektor zeigen, dass die US-Aktivität im Februar auf ein über 3-½-Jahreshoch gestiegen ist, die chinesische Aktivität war die stärkste seit drei Jahren und auch das europäische Wachstum zog an. Zuvor waren auch die Produktions-PMIs recht positiv ausgefallen.
* Warsh-Nominierung geht in den Senat
Das Verfahren, um Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der US-Notenbank (Federal Reserve) zu machen, ist offiziell angelaufen, nachdem Präsident Donald Trump am Mittwoch seine Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs an den Senat übermittelt hat.
Der Bestätigungsprozess dürfte jedoch nicht reibungslos verlaufen. Einige Senatoren lehnen die Untersuchungen der Regierung gegen den amtierenden Vorsitzenden Jerome Powell und Gouverneurin Lisa Cook ab, andere behaupten, Warsh werde lediglich eine Marionette Trumps sein und damit die Unabhängigkeit der Notenbank weiter aushöhlen.
Was könnte die Märkte morgen bewegen?
* Entwicklungen im Nahen Osten
* Australiens Handelsbilanz (Januar)
* Taiwans Industrieproduktion (Januar)
* UK PMI (Februar)
* EZB-Präsidentin Christine Lagarde spricht
* EZB-Mitglieder Luis de Guindos, Olli Rehn und Sharon Donnery sprechen auf IIF-Veranstaltung in Brüssel
* Einzelhandelsumsätze der Eurozone (Januar)
* Brasiliens Arbeitslosigkeit (Februar)
* US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
* US-Challenger-Entlassungen (Februar)
* US-Produktivität (Q4, vorl.)
* US-Importpreise (Januar)
* US-Fed-Vize für Bankenaufsicht Michelle Bowman spricht
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Die geäußerten Meinungen sind die des Autors. Sie spiegeln nicht die Ansichten von Reuters News wider, das sich im Rahmen der Trust Principles der Integrität, Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit verpflichtet fühlt.


















