Die Aktienmärkte legten am Mittwoch zu, während die Ölpreise und Anleiherenditen angesichts wachsender Hoffnungen auf ein bevorstehendes Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran einbrachen. Die Papiere des Chipgiganten Nvidia gaben im nachbörslichen Handel nach, nachdem das wertvollste Unternehmen der Welt seine jüngsten Ergebnisse veröffentlicht hatte.

In meiner heutigen Kolumne befasse ich mich mit dem offensichtlichen Kurswechsel von Präsident Donald Trump in Bezug auf das Zinsniveau. Angesichts der anziehenden Inflation und steigender Renditen hat er seine Forderungen an den künftigen Fed-Chef Kevin Warsh nach Zinssenkungen deutlich abgeschwächt.

Falls Sie mehr Zeit zum Lesen haben, finden Sie hier einige Artikel, die ich Ihnen empfehle, um das heutige Marktgeschehen besser einordnen zu können.

1. Fed-Protokolle zeigen: Mehr Entscheidungsträger offen für Zinserhöhung

2. Anleiherenditen könnten endlich eine KI-Welt einpreisen: Mike Dolan

3. EZB-Zinsschritt im Juni gilt als sicher, Juli bleibt laut Quellen völlig offen

4. Target verdoppelt Wachstumsprognose, mahnt jedoch zur Vorsicht wegen angespannter Verbraucherlage

5. Samsung-Gewerkschaft setzt geplanten Streik nach vorläufiger Tarifeinigung aus

Die wichtigsten Marktbewegungen des Tages

* AKTIEN: Asien überwiegend schwächer, Europa +1%, UK +1,5%. US-Indizes legen um 1% oder mehr zu, Brasilien +2%.

* SEKTOREN/AKTIEN: Acht S&P 500-Sektoren im Plus, drei im Minus. Tech +2%, zyklischer Konsum +2,5%. Energie -2,6%. Fluggesellschaften +9%, Philadelphia Semiconductor Index +4,5%. Nvidia fällt und erholt sich dann in einem volatilen nachbörslichen Handel nach den Zahlen.

* DEVISEN: Dollar-Index -0,2%. Aussie, Kiwi und 'Stokkie' größte G10-Gewinner. Südafrika führt die Schwellenländer an, indonesische Zinserhöhung stützt die Rupiah.

* ANLEIHEN: Renditen geben nach. 10-jährige US-Rendite -10 Basispunkte, 20-jährige Auktion verläuft schwach. Britische Renditen verzeichnen zweistellige Rückgänge über die gesamte Kurve.

* ROHSTOFFE/METALLE: Öl bricht um 5,5% ein, trotz eines deutlichen Rückgangs der US-Lagerbestände.

Die Gesprächsthemen des Tages

* Das letzte Puzzleteil?

Stehen die USA und der Iran nach zahllosen Fehlstarts tatsächlich kurz vor einem Friedensabkommen? Trump spricht von der 'Endphase' der Verhandlungen. Wir waren schon einmal an diesem Punkt, doch die Anleger scheinen diesmal zuversichtlich zu sein, dass die Lage anders ist.

Am Mittwoch fielen die Rohölpreise um über 5%, die Treasury-Renditen verzeichneten den stärksten Rückgang seit Ende März, und die Wall Street beendete eine dreitägige Verlustserie. Ein angestauter 'Risk-on'-Appetit ist spürbar. Sollte der Deal jedoch scheitern und die Nvidia-Zahlen enttäuschen, könnte die Woche turbulent zu Ende gehen.

* Den Kunden bei Laune halten

Wie widerstandsfähig ist der US-Verbraucher aktuell wirklich? Die Quartalsberichte und Ausblicke einiger der größten Einzelhändler des Landes bieten in dieser Woche einen Einblick - und auf den ersten Blick könnte es Grund zur Sorge geben.

Target meldete zwar starke Ergebnisse und verdoppelte seine Umsatzprognose, warnte jedoch vor den weiteren Aussichten. TJX, die Muttergesellschaft des Discounters TJ Maxx, hob den Ausblick an, da kostenbewusste Konsumenten auf der Suche nach Schnäppchen in die Läden strömten. Es mehren sich die Anzeichen, dass die Käufer den Gürtel enger schnallen. Walmart wird seine Zahlen am Donnerstag vor Börseneröffnung vorlegen.

* Unabhängiges Denken

Die Kommentare von US-Finanzminister Scott Bessent zur japanischen Geldpolitik in einem Reuters-Interview in Paris waren aufschlussreich. Er sagte, BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda werde zweifellos hervorragende Arbeit leisten, 'wenn man ihm den nötigen Spielraum lässt, so zu handeln, wie er es beabsichtigt'.

Dieser gezielte Seitenhieb gegen Premierministerin Sanae Takaichi rückt die politische Unabhängigkeit der Zentralbanken und ihre Fähigkeit, die Politik frei von staatlicher Einmischung zu gestalten, in den Fokus - eine Debatte, die weltweit geführt wird, nirgendwo jedoch so lautstark wie in den Vereinigten Staaten.

Was könnte die Märkte morgen bewegen?

* Entwicklungen im Nahen Osten

* Einkaufsmanagerindizes (PMI) - Japan, Eurozone, UK, USA (Mai)

* Neuseeland Handelsbilanz (April)

* Australien Arbeitslosenquote (April)

* Japan Maschinenaufträge (März)

* Japan Handelsbilanz (April)

* Eurozone Leistungsbilanz (März)

* Reden von BoE-Gouverneur Andrew Bailey und Ratsmitglied Alan Taylor

* Wöchentliche US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe

* US Philly Fed Index (Mai)

* US-Finanzministerium versteigert 10-jährige TIPS im Wert von 19 Mrd. Dollar

* Rede von Richmond-Fed-Präsident Thomas Barkin

* US-Quartalszahlen, unter anderem von Walmart

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