(Berichtigt Tippfehler "Handeln" in der Überschrift)

Düsseldorf, 01. Apr (Reuters) - Die Thyssenkrupp-Stahltochter Thyssenkrupp Steel Europe fordert die EU-Kommission zum Handeln auf, um die heimische Produktion von Elektrostahl vor einer Schwemme von Billig-Importen aus Asien zu schützen. Der Konzern begrüße, dass die Brüsseler Behörde eine Schutzmaßnahmenuntersuchung bei kornorientiertem Elektroband eingeleitet habe, sagte die Chefin der Sparte, Marie Jaroni, am Mittwoch. Dies sei ein dringend notwendiger erster Schritt. "Jetzt kommt es darauf an, schnell zu handeln und wirksame Schutzmaßnahmen einzuführen", betonte sie. Nur mit fairen Wettbewerbsbedingungen könnten Produktionsstandorte, Arbeitsplätze und technologische Kompetenz langfristig in Europa gesichert werden.

Die EU-Kommission hatte Ende März erklärt, eine Untersuchung mit Blick auf die Entwicklung bei kornorientierten flachgewalzten Erzeugnissen aus Silicium-Elektrostahl einzuleiten. Es lägen ausreichend Hinweise vor, dass die Entwicklung bei den Einfuhren in die EU Schutzmaßnahmen erforderlich machen könnte. Dies untersucht die EU-Kommission nun.

Die Thyssenkrupp-Stahlsparte hatte erst Ende März wegen einer Flut von Billig-Importen aus Asien die Notbremse bei der Tochter Electrical Steel gezogen. Nachdem die Tochtergesellschaft bereits zum Jahreswechsel die Produktion an den Standorten Gelsenkirchen und im französischen Isbergues zeitweise stillgelegt hatte und in Isbergues seit Januar nur mit 50 Prozent der Gesamtkapazität produziert wird, werde der Standort nun von Juni bis September komplett geschlossen. "Wir sehen angesichts der ruinösen Importschwemme auf dem Markt für kornorientiertes Elektroband keine Alternative zu einer weiteren temporären Stilllegung unseres französischen Standortes", sagte damals Angelo Di Martino, Chef von Thyssenkrupp Electrical Steel.

Thyssenkrupp Steel Europe und die polnische Stalprodukt SA sind die einzigen verbliebenen Hersteller dieses Werkstoffs in Europa. Zu den größten Exporteuren nach Europa gehören die chinesische Baowu, Posco aus Südkorea und Nippon Steel aus Japan.

(Bericht von Matthias Inverardi, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)