Die operative Marge ist seit dem Höchststand von 18,9 % im Jahr 2017 kontinuierlich gesunken und liegt heute bei nur noch 14,5 %. Gleichzeitig hat der Umsatz über den gleichen Zeitraum lediglich um rund 30 % zugelegt – was in etwa der aggregierten US-Inflationsrate entspricht. Mit anderen Worten: Real stagniert das Geschäft.
Diese Entwicklung hat die Anleger sichtlich ermüdet. Die Aktie wird inzwischen vor allem als defensive Dividendenposition betrachtet. Auf Basis der zuletzt ausgeschütteten Dividende ergibt sich eine Rendite von rund 5,2 % – doppelt so hoch wie noch 2017.
Ein neuer Name, ein neues Image
Ein symbolischer Schritt war die Umbenennung des Unternehmens: Aus „Campbell Soup Company“ wurde „The Campbell’s Company“ – ein Versuch, sich von der reinen Suppen-Assoziation zu lösen und das breitere Portfolio an Snacks, Fertiggerichten und Getränken stärker zu betonen.
Im operativen Alltag sind ein paar Lichtblicke erkennbar: So profitiert das Unternehmen vom anhaltenden Trend zur Haushaltsküche, da viele Verbraucher ihre Ausgaben für auswärtige Konsumgüter zurückfahren. In diesem Zusammenhang erscheint auch die jüngste Akquisition strategisch sinnvoll: Campbell’s sicherte sich für 286 Millionen US-Dollar einen 49 %-Anteil an La Regina, einem Hersteller von Tomatensaucen für Pasta – ein klarer Schritt in Richtung jüngerer Zielgruppen. Zudem konnten die 16 wichtigsten Marken des Konzerns ihre Marktanteile verteidigen.
Strukturelle Belastungen bleiben
Trotz dieser positiven Akzente bleiben die strukturellen Herausforderungen bestehen. Der Markt für Convenience-Produkte bietet derzeit nur noch begrenzte Wachstumschancen – ein Segment, das besonders stark unter Preissteigerungen leidet. Auch das Snack-Geschäft zeigt sich schwach, die Verkaufsvolumina sinken weiter.
Das Management reagiert mit Sparkursen und Effizienzmaßnahmen. Finanzielle Engpässe bestehen vorerst nicht: Der operative Cashflow liegt bei soliden 1,1 Milliarden US-Dollar, dem stehen Dividendenausschüttungen von rund 450 Millionen US-Dollar gegenüber. Die Dividende erscheint damit nachhaltig gesichert.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 12 ist die Aktie auf dem Bewertungsniveau der vergangenen zehn Jahre am unteren Ende angelangt. Für Value-Investoren mit Geduld könnte sich hier eine Einstiegschance bieten – insbesondere, wenn sich Inflation und Kostendruck im kommenden Jahr abschwächen.


















