Der wahrscheinliche Schritt spiegelt zudem die Bemühungen des von Elon Musk geführten Unternehmens wider, dem zunehmenden Druck in Schlüsselmärkten zu begegnen. Dies gilt insbesondere für China, wo preisgünstigere Konkurrenten an Boden gewinnen und wo das neue Modell voraussichtlich zuerst produziert werden wird.
"Der Engpass liegt in der Nachfrage, nicht im Angebot", sagte Scott Acheychek, COO des ETF-Emittenten REX Financial. Er fügte hinzu, dass ein preisgünstigeres Modell dazu beitragen könnte, die Auslieferungen und die Fabrikauslastung zu steigern.
"Wenn Tesla bei steigendem Volumen Margen im mittleren Zehnerbereich halten kann, greift der operative Hebel; das Risiko bleibt jedoch eine Margenverwässerung."
SINKENDE NACHFRAGE UND STEIGENDE LAGERBESTÄNDE
Der Druck auf die Nachfrage ist bereits deutlich spürbar. Tesla produzierte im jüngsten Quartal über 50.000 Fahrzeuge mehr, als ausgeliefert wurden – die größte Differenz seit mindestens vier Jahren. Dies signalisiert eine schwächelnde Nachfrage und wachsende Lagerbestände.
Der Wegfall von US-Anreizen hat die Belastung verschärft. Die staatliche Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge in Höhe von 7.500 Dollar, eine wesentliche Stütze der Nachfrage, wurde im Zuge von durch Präsident Donald Trump unterstützten politischen Änderungen schrittweise abgeschafft.
Zusätzlich zu den Herausforderungen für Tesla bieten chinesische Rivalen wie BYD günstigerer Modelle an und expandieren in Europa, was den Marktanteil des Unternehmens bedroht.
Ein preisgünstigeres Modell sei für Tesla notwendig, um in Märkten wie China und Europa wettbewerbsfähig zu bleiben, in denen ein intensiver Preisdruck herrscht, so Tesla-Investor Shawn Campbell, Berater bei Camelthorn Investments.
Tesla hat bereits versucht, die Erschwinglichkeit zu verbessern. Ende letzten Jahres führte das Unternehmen günstigere "Standard"-Versionen seiner Limousine Model 3 und des SUV Model Y ein, die bis zu 5.000 Dollar unter den "Premium"-Varianten liegen und den Verlust der Steuergutschriften teilweise ausgleichen.
DRUCK AUF DIE MARGEN
Teslas Automobilmargen sind infolge von Rabatten bereits unter Druck geraten, was die Sorge schürt, wie weit das Unternehmen in das untere Marktsegment vordringen kann, ohne die Rentabilität weiter zu beeinträchtigen.
Die "Standard"-Varianten könnten die Nachfrage nach dem Wegfall der Steuergutschriften stützen, doch Analysten geben zu bedenken, dass diese Varianten die Margen belasten könnten. Tesla wird die Ergebnisse für das erste Quartal voraussichtlich am 22. April vorlegen.
Das Unternehmen hatte die Pläne für ein günstigeres Fahrzeug im Jahr 2024 zunächst verworfen und den Fokus auf autonomes Fahren, Robotaxis und humanoide Robotik verlagert, um margenstärkere, softwaregetriebene Umsätze zu generieren.
Die Fahrzeugverkäufe von Tesla sind jedoch zwei Jahre in Folge zurückgegangen, was den Cashflow aus dem Kerngeschäft belastet, mit dem diese kapitalintensiven Wetten finanziert werden. Einige Analysten erwarten nun ein drittes Jahr mit rückläufigen Absatzzahlen in Folge.
Investoren betonen, dass ein neues Modell zwar die Nachfrage ankurbeln könnte, letztlich aber die Margen aufzehren dürfte.
"Ein neues Modell könnte das Volumen und die Fabrikauslastung steigern, würde aber wahrscheinlich die Margen schmälern, da Tesla dem Marktanteil Priorität einräumt", sagte Mamta Valechha, Analystin beim britischen Vermögensverwalter Quilter Cheviot.



















