Die breite Markteinführung von FSD (Full Self-Driving) ist zentraler Bestandteil der Wachstumsstrategie von Tesla. Ein Großteil der Unternehmensbewertung von einer Billion Dollar basiert auf der Wette von Konzernchef Elon Musk, dass KI-gesteuerte Selbstfahr-Software und Robotaxis zu einer bedeutenden Einnahmequelle werden.
Die Zulassung der Technologie namens "Full Self-Driving Supervised", die lenken, bremsen und beschleunigen kann, durch die Niederlande folgt auf mehr als 18 Monate dauernde Tests und Analysen der niederländischen Fahrzeugbehörde RDW.
"Die ordnungsgemäße Nutzung dieses Fahrerassistenzsystems leistet einen positiven Beitrag zur Verkehrssicherheit", erklärte die RDW in einer Mitteilung am Freitag und fügte hinzu, dass sie zudem einen Antrag auf EU-weite Zulassung der Technologie stellen werde.
Tesla setzt zudem auf die Selbstfahr-Software, um den Fahrzeugabsatz anzukurbeln, der sich in Europa aufgrund einer alternden Modellpalette und Musks rechtsgerichteter politischer Rhetorik, die einige Konsumenten verschreckt hat, verlangsamt hat. Im Februar stiegen die Tesla-Verkäufe in Europa erstmals seit mehr als einem Jahr wieder an.
"Ich erwarte, dass die FSD-Zulassung durch die niederländische Behörde und die nachfolgenden europäischen Regulierer in den kommenden Monaten zu höheren Verkaufszahlen in Europa führen wird, da die Verbraucher gespannt darauf sind, FSD auszuprobieren", sagte Morningstar-Analyst Seth Goldstein.
Die Tesla-Aktie legte im nachbörslichen Handel am Freitag um etwa 0,7 % zu. Seit Jahresbeginn ist die Aktie um 23 % gefallen und bleibt damit hinter dem US-Gesamtmarkt zurück.
"Wir freuen uns darauf, FSD Supervised bald in weitere europäische Länder zu bringen", teilte Tesla in einem Post auf der Social-Media-Plattform X mit und ergänzte, dass der Rollout der Technologie in den Niederlanden in Kürze beginnen werde.
Die Software ist in den USA bereits im Abonnement erhältlich, wo sie jedoch nach Unfällen und Berichten über Verkehrsverstöße mit Klagen von Verbrauchern und Bundesuntersuchungen konfrontiert ist.
Die RDW betonte, dass die EU bei Fahrzeugzulassungen strengere Sicherheitsanforderungen stellt als die USA. "Dies bedeutet, dass die FSD-Supervised-Version in den USA NICHT mit der FSD-Supervised-Version in der EU vergleichbar ist", hieß es ohne weitere Details.
ZIEL: EUROPAWEITE EINFÜHRUNG
Tesla ist der beliebteste Elektroautohersteller in den Niederlanden mit rund 100.000 Fahrzeugen der Modelle 3 und Y, die für die FSD-Software infrage kämen.
Zahlreiche Unternehmen arbeiten an autonomen Fahrsystemen. Die meisten nutzen verschiedene Hardware-Sensoren zur Erfassung des Umfelds, während Tesla primär auf Kameras und KI setzt.
Andere Automobilhersteller wie Mercedes, Ford und BMW haben "Hands-free"-Technologien auf ausgewählten Autobahnen und bei begrenzten Geschwindigkeiten eingeführt, vornehmlich in Deutschland. Das System von Tesla ist das erste, das in einem breiteren Spektrum von Situationen einsetzbar sein wird.
Die RDW gab an, den Antrag auf Validierung innerhalb der gesamten EU nun bei der Europäischen Kommission einzureichen. Alle Mitgliedstaaten werden anschließend über den Antrag abstimmen; für eine EU-weite Gültigkeit ist eine Mehrheit im zuständigen Ausschuss erforderlich.
Sollte keine Mehrheit zustande kommen, können einzelne Länder dennoch eigenständig über eine Zulassung entscheiden. Tesla erklärte im vergangenen Monat, dass man mit einer möglichen EU-weiten Genehmigung im Laufe des Sommers rechne.



















