Synopsys hat am Mittwoch neue Software-Tools vorgestellt, um der rasant zunehmenden Komplexität beim Design von Chips für künstliche Intelligenz gerecht zu werden. Dies ist die erste Welle neuer Angebote nach der 35 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Engineering-Software-Unternehmens Ansys.

Synopsys, das die neuen Tools auf einer Konferenz im Silicon Valley ankündigte, ist seit Jahrzehnten einer der wichtigsten Anbieter von Software, mit der die Anordnung der zig Milliarden Transistoren auf Chips von Firmen wie Advanced Micro Devices und Nvidia festgelegt wird. Nvidia investierte im vergangenen Jahr 2 Milliarden Dollar in Synopsys. Doch die Flaggschiff-Produkte von AMD und Nvidia bestehen längst nicht mehr aus einem einzigen Chip, sondern aus vielen kleineren „Chiplets“, die auf immer komplexere Weise gestapelt und verpackt werden.

Dieser Trend gab den Ausschlag für den Ansys-Deal, da Chipdesigner nun mit Problemen konfrontiert sind, die früher in den Bereich des Maschinenbaus fielen. Dazu gehört etwa die Frage, ob die von einem Chiplet erzeugte Hitze dazu führen könnte, dass es sich verformt oder ausdehnt, was Risse oder eine Trennung vom Nachbarbauteil zur Folge haben könnte – was wiederum einen komplexen Chip zerstören würde, der Zehntausende von Dollar kosten kann.

Sassine Ghazi, CEO von Synopsys, erklärte, dass die neuen Tools darauf abzielen, diese technischen Analysewerkzeuge direkt in die Software zu integrieren, die Chipdesigner wie Intel und andere bereits verwenden.

„Normalerweise entwerfen Ingenieure jeden Schritt isoliert voneinander“, so Ghazi. „Das führt letztlich dazu, dass das Produkt teurer ist und nicht sein maximales Potenzial ausschöpft. Wir integrieren diese Schritte in die Designphase, sodass eine höhere Leistung, ein geringerer Stromverbrauch und definitiv niedrigere Kosten erzielt werden können.“