Super Micro Computer hat am Dienstag die Gewinn- und Umsatzerwartungen der Wall Street für das Quartal verfehlt. Grund dafür waren Verschiebungen im Lieferplan bei großen Aufträgen im Bereich Künstliche Intelligenz, was den Aktienkurs des Serverherstellers im nachbörslichen Handel um mehr als 8 % sinken ließ.
Das Unternehmen hatte zuvor darauf hingewiesen, dass sogenannte ,,Design Win Upgrades" einen Teil der ursprünglich für das erste Quartal erwarteten Umsätze ins zweite Quartal verschoben hätten.
Laut CEO Charles Liang wurden nahezu 1,5 Milliarden US-Dollar an Umsatz vom September- ins Dezemberquartal verschoben. Ursache dafür waren kurzfristige Konfigurationsänderungen durch einen Großkunden, wie Liang in einer Telefonkonferenz nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen gegenüber Analysten erklärte.
,,Diese Verschiebungen wurden größtenteils durch die Komplexität der neuen Grafikprozessor-Racks (GPU) verursacht, die eine aufwendige Integration, Prüfung und Validierung erfordern - was die Beschaffung und den Aufbau zeitintensiver macht", ergänzte Liang.
Investoren beobachten die Entwicklung der Produktionskapazitäten und die Verfügbarkeit von Komponenten genau, da die Lieferzeiten für GPUs und Kühleinheiten stark gestiegen sind. Das Wachstum von Super Micro bleibt weiterhin eng an die Nachfrage nach Rechenzentren gebunden, erklärte Gadjo Sevilla, Senior Analyst für Technologie und KI bei eMarketer.
Super Micros Zusammenarbeit mit Nvidia ermöglicht es dem Unternehmen, zu den ersten Anbietern von Systemen auf Basis neuer Chip-Architekturen zu gehören. Die vollständig integrierten Systeme mit den neuesten GPUs des KI-Giganten sind ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Das Unternehmen gab am Dienstag bekannt, dass Aufträge im Wert von mehr als 13 Milliarden US-Dollar für die auf der Nvidia Blackwell Ultra basierenden GB300-Produktreihe vorliegen.
Im ersten Quartal erzielte Super Micro einen Umsatz von 5 Milliarden US-Dollar und verfehlte damit den durchschnittlichen Analystenschätzwert von 6 Milliarden US-Dollar, wie aus Daten von LSEG hervorgeht.
Der bereinigte Gewinn lag mit 35 Cent pro Aktie ebenfalls unter den Erwartungen von 40 Cent.
Das Unternehmen erwartet für das restliche Geschäftsjahr 2026 eine anhaltend starke Nachfrage, wobei Plattformen mit KI-GPUs weiterhin als Wachstumstreiber fungieren sollen.
Für das zweite Quartal prognostiziert Super Micro einen Umsatz zwischen 10 und 11 Milliarden US-Dollar - deutlich über dem durchschnittlichen Analystenwert von 7,83 Milliarden US-Dollar.
Außerdem hob das Unternehmen seine Jahresumsatzprognose von zuvor 33 Milliarden auf nunmehr 36 Milliarden US-Dollar an.



















