Südafrikas Arbeitslosenquote ist im vierten Quartal leicht gesunken und hat mit 31,4% den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren erreicht. Dies geht aus am Dienstag veröffentlichten Daten hervor. Der Rückgang ist auf die Schaffung von Arbeitsplätzen im Bereich Sozialdienste, Bauwesen und Finanzwesen zurückzuführen – dennoch bleibt die Quote eine der höchsten weltweit.

Die offizielle Arbeitslosenquote lag im Zeitraum Oktober bis Dezember bei 31,4%, nachdem sie im Zeitraum Juli bis September noch bei 31,9% gelegen hatte.

Während der COVID-19-Pandemie stieg die Arbeitslosigkeit auf über 30% und hat sich seither trotz wiederholter Regierungsinitiativen zur Förderung der Arbeitsplatzschaffung nicht wieder erholt.

Analysten hatten angesichts des anhaltend unsicheren globalen Wirtschaftsumfelds kaum Veränderungen bei der Arbeitslosenquote erwartet, da Unternehmen bei Expansionen vorsichtig agieren.

Im betrachteten Quartal verzeichneten sieben der zehn vom Statistikamt erfassten Branchen einen Anstieg der Beschäftigung, während in drei Branchen ein Rückgang zu beobachten war.

VERLUST VON ÜBER 290.000 INFORMELLEN ARBEITSPLÄTZEN

Die meisten neuen Stellen wurden im Bereich Gemeinschafts- und Sozialdienste (46.000), Bauwesen (35.000) und Finanzwesen (32.000) geschaffen. Im Handel (98.000), in der verarbeitenden Industrie (61.000) und im Bergbau (5.000) gingen hingegen Arbeitsplätze verloren.

Ein Grund dafür, dass die Arbeitslosigkeit im vierten Quartal hoch blieb, war der Verlust von 293.000 informellen Arbeitsplätzen.

Statistikchef Risenga Maluleke erklärte, dass viele informelle Händler rund um den Zeitpunkt des G20-Gipfels im November aus den Straßen von Johannesburg entfernt wurden.

Das inländische Wirtschaftsumfeld hellt sich auf, da die Stromversorgung stabiler geworden ist und sich die logistischen Engpässe zu lösen beginnen. Dennoch hat sich dies bislang nicht in einem deutlichen Anstieg des Wirtschaftswachstums oder der Beschäftigung niedergeschlagen.

Eine erweiterte Definition der Arbeitslosigkeit, die auch das potenzielle Arbeitskräfteangebot einbezieht, ist leicht auf 42,1% gesunken.