Der Iran-Krieg hat Länder wie Deutschland dazu gezwungen, die massivsten Störungen der globalen Energieversorgung aller Zeiten zu bewältigen, während Europas größte Volkswirtschaft bereits mit schwachem Wachstum und globalen Zollstreitigkeiten zu kämpfen hat.
"Die Maßnahmen müssen zielgerichtet sein. Sie müssen dort ansetzen, wo die Belastung am größten ist. Dazu gehören Pendler oder der Logistiksektor", sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche vor Journalisten.
Reiche verdeutlichte die Spannungen in der Koalition zwischen den Konservativen von Bundeskanzler Friedrich Merz und den Sozialdemokraten von Finanzminister Lars Klingbeil, indem sie Klingbeils Vorschläge als "teuer und wirkungslos" bezeichnete.
MERZ FORDERT REICHE ZUR ZURÜCKHALTUNG AUF, SAGT EINE QUELLE
Eine Merz nahestehende Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass Reiches Bemerkungen die Bemühungen des Kanzlers untergraben hätten, Koalitionsstreitigkeiten diskret beizulegen.
"Der Bundeskanzler ist über die öffentliche Auseinandersetzung befremdet und hat Ministerin Reiche zur Zurückhaltung gemahnt", so die Quelle.
Reiche äußerte sich, während Klingbeil hinter verschlossenen Türen Beratungen mit Gewerkschafts- und Industrievertretern führte.
Ein Regierungssprecher lehnte eine Stellungnahme ab.
Pro Kilometer des Weges zwischen Wohnung und erster Arbeitsstätte erlaubt Deutschland Pendlern derzeit einen Abzug von 0,38 Euro (0,45 Dollar) vom steuerpflichtigen Einkommen.
Klingbeil, der auch Vizekanzler unter Merz ist, hatte eine Übergewinnsteuer auf exzessive Gewinne im Energiesektor vorgeschlagen. Damit versucht er, nach schmerzhaften Verlusten seiner Partei bei zwei Landtagswahlen in diesem Jahr die politische Initiative zurückzugewinnen.
"Ich lehne die Übergewinnsteuer kategorisch ab", sagte Reiche und fügte hinzu, dass diese wahrscheinlich gegen das Grundgesetz verstoße.
Die Sozialdemokraten reagierten prompt: Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Esra Limbacher erklärte, Reiche sei für ihr Amt nicht geeignet.
"Es ist bedauerlich, dass sich eine Wirtschaftsministerin als Interessenvertreterin der Ölkonzerne versteht, anstatt gemeinsam mit dem Koalitionspartner für Entlastungen der vielen kleinen Betriebe zu sorgen", sagte Limbacher der Rheinischen Post.
Reiche, die auch für Energie zuständig ist, forderte als temporäre Entlastungsmaßnahmen niedrigere Dieselsteuern für Lkw und höhere Direktzahlungen für Fernpendler.
Sie ergänzte, dass die Koalitionsspitzen am Wochenende verhandeln würden.
Deutschland hat bereits einige Maßnahmen ergriffen, darunter die Beschränkung für Tankstellen auf nur eine Preiserhöhung pro Tag.
(1 Dollar = 0,8536 Euro)






















