Das Vertrauen der japanischen Hersteller ist im Januar auf den niedrigsten Stand seit sechs Monaten gesunken, bleibt jedoch weiterhin im positiven Bereich. Besonders Unternehmen aus der Öl- und Stahlbranche zeigten sich angesichts der schwachen Nachfrage in den wichtigsten Volkswirtschaften enttäuscht, wie die Reuters-Tankan-Umfrage ergab.

Die monatliche Umfrage, die eng an die vielbeachtete Tankan-Umfrage der Bank of Japan angelehnt ist, zeigte, dass der Herstellerindex von plus 10 im Dezember auf plus 7 im Januar fiel. Damit verzeichnete er den zweiten Rückgang in Folge.

Die Materialindustrien verzeichneten einige der größten Stimmungseinbrüche: Der Öl- und Keramiksektor stürzte um 25 Punkte auf null ab, der Stahlsektor fiel um 11 Punkte auf minus 44 und die Chemiebranche verlor fünf Punkte auf plus 6.

Ein Stahlhersteller verwies auf einen Einbruch chinesischer Bestellungen für Autozulieferteile, während ein Chemieunternehmen auf die langsamere Konsumausgaben in den USA und China hinwies.

Die Indizes werden berechnet, indem der Prozentsatz der pessimistischen Antworten von dem der optimistischen abgezogen wird. Ein positiver Wert bedeutet, dass die Optimisten überwiegen.

Die Bereiche Automobil- und Elektromaschinen verzeichneten geringere Rückgänge beim Vertrauen. Ein Manager eines Maschinenbauunternehmens nannte sinkende Exporte in die USA aufgrund von Zöllen als Grund.

Die Umfrage wurde zwischen dem 24. Dezember und dem 7. Januar durchgeführt, mit knapp unter 240 antwortenden Unternehmen. Alle antworteten unter der Bedingung der Anonymität.

Das Stimmungsbarometer der Nicht-Hersteller sank von plus 33 auf plus 32, angeführt von Großhändlern, deren Index um 10 Punkte fiel, und Einzelhändlern, deren Wert um 7 Punkte zurückging. Andere Sektoren wie Information, Transport und Immobilien verzeichneten hingegen Verbesserungen.

Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor wiesen auf die Auswirkungen der geringeren Zahl chinesischer Touristen in Japan aufgrund eines bilateralen diplomatischen Streits hin.

Ein Manager eines Kaufhauses sagte, die Branche habe zu kämpfen, da die Umsätze mit ausländischen Touristen um 40% eingebrochen seien.

Andere wiederum meinten, die Auswirkungen seien nicht so schwerwiegend wie erwartet gewesen.

„Die Inbound-Nachfrage bleibt insgesamt stark, trotz gewisser Auswirkungen der Spannungen zwischen Japan und China“, sagte ein Manager einer Fluggesellschaft.

Mit Blick auf die Zukunft erwarten die Hersteller, dass sich das Stimmungsbarometer bis April auf plus 10 erholt, während die Nicht-Hersteller eine weitere Verschlechterung auf plus 26 prognostizieren.