Mit einer ganzen Reihe von Sonderbelastungen (in Summe 3,3 Milliarden Euro), gestiegenen Kosten, ungünstigen Wechselkurseffekten und Zollschocks liefert Stellantis ein wahres Lehrbuchbeispiel für den Ausdruck „die Bilanz bereinigen“. Das Unternehmen bündelt alle schlechten Nachrichten in einem einzigen Halbjahresbericht – wohl in der Hoffnung, den Rest des Jahres unbelastet bestreiten zu können.

Das Ergebnis ist entsprechend düster: Ein negativer industrieller Free Cashflow von 3 Milliarden Euro sowie ein Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro im ersten Halbjahr sprechen eine klare Sprache.

Résultats de Stellantis

Der zweite Dreimonatszeitraum 2025 ist ein kompaktes Beispiel für die Tücken einer globalisierten Industrie im Gegenwind. Die weltweiten Auslieferungen gingen um 6 % zurück – und das vor allem wegen Nordamerika, wo die fakturierten Verkäufe um ganze 25 % einbrachen. Aber auch anderswo trübt sich das Bild ein: Der Absatz an Flottenkunden schrumpft deutlich, die Produktion stockt, einzig die Marken Jeep und Ram halten sich stabil – zumindest relativ. In Europa sehen die Zahlen mit einem Rückgang der Rechnungsstellungen um 6 % ebenfalls schwach aus.

Stellantis verweist auf ein kleines Licht am Ende des Tunnels: Die sogenannten Smart Cars konnten ihren Absatz sequenziell steigern – allerdings von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau aus.

Livraisons de Stellantis au S1 2025

Wie üblich in solchen Situationen verweist das Management auf erwartete positive Effekte im zweiten Halbjahr. Solche Ausblicke sind allerdings mit Vorsicht zu genießen: Die Geschichte der Automobilbranche ist reich an Ankündigungen, deren Verwirklichung sich als schwieriger herausstellte als gedacht.

Die vollständigen Ergebnisse für das erste Halbjahr 2025 werden am 29. Juli veröffentlicht. An diesem Tag werden CEO Antonio Filosa und CFO Doug Ostermann eine Telefonkonferenz abhalten, um ihre Strategie für das restliche Jahr zu erläutern – und vermutlich auch, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.