(Alliance News) - Die Revision des Handelsabkommens zwischen den USA, Kanada und Mexiko könnte eine neue Phase der Unsicherheit für die nordamerikanische Automobilindustrie einläuten. Dabei gilt Stellantis als einer der Hersteller, die am stärksten von einer möglichen Verschärfung der Regeln betroffen wären, schreibt MF-Milano Finanza am Dienstag.

Laut Berichten von Reuters und dem Wall Street Journal beabsichtigt die Regierung von US-Präsident Donald Trump, neue Anforderungen für die Inanspruchnahme von Zollbefreiungen im Rahmen des USMCA einzuführen.

Der Vorschlag sieht vor, dass mindestens 50% der Wertschöpfung eines Fahrzeugs in den USA erbracht werden müssen, während 40% der strategischen Komponenten wie Motoren, Getriebe und Batterien aus Hochlohnregionen stammen sollten. Bei Pick-ups würde dieser Anteil auf 45% steigen.

Die Analysten von UBS weisen darauf hin, dass Stellantis besonders anfällig für diese Änderungen sein könnte, da mehrere Schlüsselmodelle, darunter einige Ram-Pick-ups und der Jeep Cherokee, in Mexiko montiert werden.

Eine mögliche Erhöhung der Anforderungen an den US-Wertschöpfungsanteil könnte die Gruppe unter der Leitung von Antonio Filosa daher dazu zwingen, Teile der Produktion umzuorganisieren oder zusätzliche Kosten zu tragen, um die Auswirkungen von Zöllen auf dem US-Markt zu vermeiden.

Für andere Hersteller stellt sich die Situation weniger kritisch dar. Laut UBS sind bereits 82% der für Nordamerika bestimmten Produktion von Ford in den USA lokalisiert, während dieser Anteil bei General Motors 64% erreicht. Zudem werden alle Ford F-150 Pick-ups auf US-Territorium gefertigt. Auch Tesla wird im Falle von Änderungen der Handelsregeln als relativ gut positioniert angesehen.

Analysten halten es jedoch für möglich, dass die Forderungen aus Washington eine anfängliche Verhandlungsposition darstellen und der endgültige Text des Abkommens weniger streng ausfallen könnte.

Unterdessen setzt Stellantis die Umsetzung des Plans 'FaSTLAne 2030' fort. Der Konzern kündigte eine Investition von über 1 Mrd. EUR in Deutschland für die Produktion des Opel Astra auf der STLA One-Plattform an, nachdem in der vergangenen Woche eine Investition in ähnlicher Höhe in Frankreich bekannt gegeben worden war.

Von Antonio Di Giorgio, Alliance News Reporter

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