(Alliance News) - Die Börse ist vielleicht kein Orakel, aber sie ist ein Thermometer: Und für Stellantis zeigt sie extrem hohes Fieber an. Nach den kürzlich angekündigten über EUR20 Milliarden an außergewöhnlichen Belastungen stürzt die Aktie weiter ab. Seit dem Börsengang im Januar 2021 hat sie 49% verloren; seit den Höchstständen 2024 beträgt der Einbruch 76% – der schlechteste Wert unter den großen internationalen Automobilkonzernen.
Wie Milano Finanza hervorhebt, ist der Vergleich ernüchternd. Volkswagen verliert in fünf Jahren 3%, Renault 5%, Toyota hat seinen Wert mehr als verdoppelt. Ford liegt seit 2021 – trotz Abschreibungen im Elektrobereich – 20% im Plus, General Motors verzeichnet ein Plus von 128%.
Alles dem europäischen Green Deal zuzuschreiben, greift zu kurz: Die Börse spiegelt fundamentale Faktoren wider, die sich bei Stellantis drastisch verschlechtert haben.
Im ersten Halbjahr 2025 ist das Ebit auf EUR500 Millionen von EUR8,4 Milliarden im Vorjahr eingebrochen, mit einem Nettoverlust von EUR2,2 Milliarden und einem Umsatzrückgang von EUR85 Milliarden auf EUR74 Milliarden. Stellantis ist der einzige große Konzern mit einer operativen Rentabilität von null.
Andere Hersteller weisen zwar geringere, aber positive Margen auf: Toyota bleibt nahe bei 9%, GM bei 6,9%, Renault bei 6,5%.
Auch die Ratingagenturen haben den Konzern abgewertet, der inzwischen nur noch einen Schritt vom "Spekulationsniveau" entfernt ist. Moody's erwartet auch für 2026 einen negativen Cashflow – das dritte Jahr in Folge.
Nach dem anfänglichen Boom nach der Fusion, mit einem Umsatzanstieg auf bis zu EUR189 Milliarden im Jahr 2023, ist der Umsatz wieder rückläufig: EUR156 Milliarden im Jahr 2024 und rund EUR153 Milliarden geschätzt für 2025. Die Rekordgewinne von über EUR50 Milliarden zwischen 2021 und 2023 sind inzwischen Verlusten gewichen.
Die Strategie von Carlos Tavares, die mehr auf Preiserhöhungen und Angebotsdisziplin als auf Volumen setzte, stützte die Margen kurzfristig, förderte jedoch kein strukturelles Wachstum: Die Verkäufe sanken von über 6 Millionen Fahrzeugen auf 2,8 Millionen im ersten Halbjahr 2025.
Großzügige Dividenden – über EUR16 Milliarden ausgeschüttet – und im Vergleich zu den Wettbewerbern geringere Investitionen – EUR30 Milliarden gegenüber EUR89 Milliarden bei Toyota und mehr als EUR50 Milliarden bei Volkswagen – machten den Konzern anfälliger für die Rückschläge der Elektromobilitätswende.
Das neue Management unter der Leitung von Filosa setzt nun auf die USA, mit EUR13 Milliarden an Investitionen für den wichtigsten Markt des Konzerns. Europa bleibt eine Unbekannte, mit dem Risiko von Überkapazitäten, insbesondere in Italien. Die Erholung muss hier beginnen.
Von Giuseppe Fabio Ciccomascolo, Alliance News Senior Reporter
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