Frankfurt, 13. Mai (Reuters) - Dank ihrer florierenden US-Tochter T-Mobile schraubt die Deutsche Telekom ihr Jahresziel leicht nach oben. Zudem übertraf der Bonner Konzern dank höherer Kundenzahlen mit seinen Ergebnissen für das erste Quartal die Markterwartungen. "Weitgehend unbeeindruckt von den Ereignissen rund um den Globus läuft unser Geschäft stabil", sagte der Vorstandsvorsitzende Tim Höttges am Mittwoch.
T-Mobile wächst seit Längerem deutlich schneller als die übrigen Geschäftsbereiche der Telekom. Im ersten Quartal verbuchte der US-Mobilfunker prozentual zweistellige Zuwächse bei Umsatz und operativem Gewinn. Die Telekom steigerte ihre Gesamterlöse im gleichen Zeitraum um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro und das bereinigte Betriebsergebnis um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Für 2026 peilt sie bei Letzterem einen Wert von 47,5 statt 47,4 Milliarden Euro an. Die Telekom-Aktie stieg vorbörslich im Handel bei Lang & Schwarz um rund ein Prozent.
"Die Zahlen bestätigen die operative Stärke der Deutschen Telekom", kommentierte Marcel Tietjen, Technologie-Experte der Beratungsfirma BearingPoint. "Die eigentliche Geschichte spielt sich aber jenseits der Bilanz ab. Die Telekom entwickelt sich zum Anbieter souveräner KI-Kapazität für Industrie und Verwaltung. Damit besetzt sie ein Feld, in dem geopolitische Unabhängigkeit künftig genauso entscheidend wird wie Bandbreite." Der Bonner Konzern baut sein Cloud-Geschäft aus und hat zu Jahresbeginn ein Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) in Betrieb genommen.
RÄTSELRATEN UM FUSION TELEKOM/T-MOBILE
Zu einer möglichen Fusion mit T-Mobile äußerte sich die Telekom am Mittwoch zunächst nicht. Insidern zufolge könnten die beiden Unternehmen in einer neuen Holding aufgehen. Mit einem Transaktionsvolumen von rund 400 Milliarden Euro wäre dies die weltweit größte Verschmelzung zweier börsennotierter Unternehmen. Zudem entstünde gemessen am Börsenwert ein weltweiter Branchenprimus.
Mit einer solchen Transaktion würde sich die Telekom finanziellen Spielraum für künftige Übernahmen verschaffen, sagen Experten. Vor allem bei Zukäufen in den USA bestünde dann keine Gefahr mehr, dass die Beteiligung an T-Mobile von derzeit etwa 53 Prozent unter die Marke von 50 Prozent rutsche. Bei Anlegern stießen diese bisher unbestätigten Überlegungen bislang auf wenig Gegenliebe.
(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



















