Eine Abteilung der brasilianischen Bundesstaatsanwaltschaft hat den möglichen Einsatz von Gewalt zur Räumung indigener Demonstranten in der Nähe eines Cargill-Hafenterminals im Amazonasgebiet scharf kritisiert, wie aus einer Erklärung Ende letzter Woche hervorgeht.
Indigene Gruppen protestieren seit dem 22. Januar am Tor des Cargill-Terminals in Santarém gegen ein Projekt zur Ausbaggerung des Tapajós-Flusses, auf dem Händler auf Schubleichter angewiesen sind, um Getreide für den Export über nördliche Häfen zu transportieren.
Die Staatsanwälte forderten die sofortige Aufhebung eines Beschlusses der staatlichen Kommission für öffentliche Sicherheit in den Häfen, der den Einsatz von Polizeikräften vor Ort genehmigte.
Die Staatsanwälte im Bundesstaat Pará erklärten, eine Polizeipräsenz könnte die indigenen Menschen gefährden und der Einsatz von Gewalt würde einer Gerichtsentscheidung widersprechen, die aus einer von Cargill eingereichten Klage hervorgegangen ist.
In diesem Verfahren, so die Staatsanwälte, habe ein Bundesgericht den Antrag des Unternehmens auf Räumung des Geländes abgelehnt und stattdessen friedliche Gespräche angeordnet.
"Jeder Einsatz von Polizeigewalt erfordert eine vorherige gerichtliche Anordnung", heißt es in der Erklärung der Staatsanwälte unter Berufung auf das Urteil.
Cargill wollte sich dazu zunächst nicht äußern.
In einer Erklärung am Freitag teilte die Bundesregierung mit, dass Ausbaggerungen Routine seien, um den Schiffsverkehr bei Niedrigwasser zu gewährleisten. Dennoch habe die Regierung die Vergabe von Aufträgen für die Arbeiten am Tapajós-Fluss ausgesetzt, bis Gespräche mit den indigenen Gemeinden geführt und eine formelle Konsultation über die Arbeiten am Fluss stattgefunden habe.
In der vergangenen Woche bestätigte Cargill, dass Demonstranten den Lkw-Verkehr am Terminaltor blockierten, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Laut Hafensektordaten hat Cargill im vergangenen Jahr über 5,5 Millionen Tonnen Sojabohnen und Mais über Santarém verschifft. Das exportierte Volumen, das hauptsächlich aus dem Mittelwesten stammt, machte über 70% des gesamten Getreidevolumens aus, das in Santarém umgeschlagen wurde.
(Bericht von Ana Mano und zusätzliche Berichterstattung von Roberto Samora; Redaktion: Nia Williams)

















