SoftBank führt Gespräche über die Übernahme des Digitalinfrastruktur-Unternehmens DigitalBridge, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Freitag gegenüber Reuters mitteilte. Der japanische Konzern will mit dem Schritt vor allem vom KI-bezogenen Portfolio von DigitalBridge profitieren.

Ein Abschluss des Deals könnte laut der Quelle noch bis Ende des Jahres erfolgen. Sowohl DigitalBridge als auch SoftBank lehnten eine Stellungnahme ab.

Die Aktien von DigitalBridge schnellten zwischenzeitlich um bis zu 35% in die Höhe und erreichten damit ein Hoch von über einem Monat. Seit Jahresbeginn ist der Kurs jedoch um fast 14% gefallen, was dem in Boca Raton, Florida, ansässigen Unternehmen einen Marktwert von 1,8 Milliarden US-Dollar verleiht.

Zuvor hatte bereits Bloomberg News über die Gespräche berichtet.

Investoren haben in diesem Jahr Rekordbeträge in digitale Infrastruktur investiert, in der Hoffnung, dass der steigende Energiebedarf Rechenzentren in erstklassige Immobilien verwandelt. Nach Schätzungen von McKinsey könnten die Ausgaben für KI-bezogene Infrastruktur bis 2030 auf 6,7 Billionen US-Dollar ansteigen.

Der US-Präsident Donald Trump empfing im Januar führende Tech-CEOs, um den Startschuss für Stargate zu geben - eine privatwirtschaftliche Initiative, die bis zu 500 Milliarden US-Dollar in den Aufbau von KI-Infrastruktur investieren will.

SoftBank ist Teil dieses ehrgeizigen Projekts, zu dem auch Branchengrößen wie OpenAI und Oracle gehören.

DigitalBridge, unter der Leitung von CEO Marc Ganzi, gehört zu den weltweit größten reinen Digitalinfrastruktur-Unternehmen und verwaltet Vermögenswerte im Wert von 108 Milliarden US-Dollar.

Das Unternehmen investiert in verschiedene Bereiche wie Rechenzentren, Mobilfunkmasten, Glasfasernetze, Small Cells und Edge-Infrastruktur. Zum Portfolio zählen unter anderem Vantage Data Centers, Zayo, Switch und AtlasEdge.

Die Zahl der Transaktionen im Bereich digitaler Infrastrukturplattformen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, da Investmentfirmen auf Rechenzentren setzen, um vom Wachstum durch künstliche Intelligenz, Cloud-Dienste und Datenlokalisierung zu profitieren.

BlackRock erwarb im vergangenen Jahr den alternativen Vermögensverwalter Global Infrastructure Partners, der seither mehrere Rechenzentrumsunternehmen gekauft und so sein Portfolio um KI-bezogene Infrastruktur erweitert hat.