SoftBank meldete im Oktober-Dezember-Quartal einen Nettogewinn von 248,6 Milliarden Yen (1,62 Milliarden US-Dollar), verglichen mit einem Nettoverlust von 369 Milliarden Yen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Die Gewinne des Technologie- und Investmentkonglomerats wurden durch die steigende Bewertung der Beteiligung an OpenAI, dem Hersteller von ChatGPT, begünstigt, auch wenn der Markt das Risiko einer Überexponierung gegenüber einem einzelnen Unternehmen kritisch betrachtet.
Fünf von LSEG befragte Analysten hatten einen Quartalsüberschuss in einer Spanne zwischen einem Gewinn von 1,1 Billionen Yen (7,07 Milliarden US-Dollar) und einem Verlust von 480 Milliarden Yen prognostiziert.
Der von Masayoshi Son geführte Konzern hat inzwischen über 30 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert und damit einen Anteil von rund 11 % aufgebaut – ein „All-in“-Einsatz darauf, als Gewinner im Wettbewerb der Entwickler großer Sprachmodelle hervorzugehen.
Berichten zufolge sucht OpenAI eine weitere Kapitalzufuhr in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar, wobei SoftBank neben Amazon und Nvidia als potenzielle Investoren bei einer nochmals höheren Bewertung von 830 Milliarden US-Dollar gilt.
SoftBank gab an, zum Jahresende einen gesamten Investitionsgewinn von 19,8 Milliarden US-Dollar aus der OpenAI-Beteiligung verbucht zu haben.
Zur Finanzierung dieser Wetten greift SoftBank auf Asset-Verkäufe, Anleiheemissionen und durch andere Beteiligungen – etwa den Chipdesigner Arm – besicherte Kredite zurück.
KAPITALBESCHAFFUNG
Die starke Ausrichtung auf OpenAI führt dazu, dass SoftBank zunehmend als börsennotierter Stellvertreter für das US-Unternehmen betrachtet wird, wobei Investoren die Auswirkungen der Investitionsoffensive auf die Finanzen genau analysieren.
Die OpenAI-Beteiligung ist im Investmentvehikel Vision Fund 2 gebündelt, an dem SoftBank-Gründer und CEO Son direkt 17 % hält.
SoftBank hat sich bereits von seiner Position bei Nvidia getrennt und zwischen Juni und Dezember des vergangenen Jahres einen Teil seiner Beteiligung an T-Mobile für 12,7 Milliarden US-Dollar verkauft.
Der Konzern hat einen Margin-Kredit, besichert mit Arm-Aktien, von zuvor 13,5 Milliarden US-Dollar auf 20 Milliarden US-Dollar erhöht und die verbleibende Kapazität genutzt.
SoftBank hat zudem die Kreditaufnahme gegen Aktien der heimischen Telekom-Tochter SoftBank Corp von 800 Milliarden Yen auf 1,2 Billionen Yen ausgeweitet.
Während OpenAI einst als dominierender Akteur unter den Entwicklern großer Sprachmodelle galt, muss das Unternehmen inzwischen mit steigenden Kosten für das Training und den Betrieb seiner KI-Modelle im Zuge der wachsenden Konkurrenz durch Unternehmen wie Alphabet umgehen.
Laut Reuters bereitet OpenAI den Börsengang vor, der zu den größten Börsennotierungen aller Zeiten gehören könnte.
Der Loan-to-Value-Quotient von SoftBank, ein Maß für die Verschuldung, lag zum Jahresende bei 20,6 %, verglichen mit 16,5 % drei Monate zuvor. Der Barmittelbestand sank im selben Zeitraum auf 3,8 Billionen Yen.
Die Aktien von SoftBank schlossen vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen in einem insgesamt ruhigen Markt mit einem Plus von 2,4 %.
(1 US-Dollar = 153,2500 Yen)



















