SK Hynix hat Investoren in dieser Woche mitgeteilt, dass die Pläne für ein US-Listing auf 'außerordentlich positive' Resonanz gestoßen seien. Der Chiphersteller profitiert dabei von der massiven Nachfrage nach hochentwickelten Speicherhalbleitern für KI-Rechenzentren, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Donnerstag berichtete.

Der südkoreanische Speicherchip-Produzent hat in diesem Jahr einen vertraulichen Antrag auf eine Börsennotierung in den USA gestellt. Laut einer Quelle vom März könnte das Volumen der Kapitalaufnahme bis zu 14 Milliarden Dollar erreichen.

Die geplante Finanzierung folgt auf eine furiose Kursrallye von 250 % in diesem Jahr, getrieben durch den KI-Boom. Der Marktwert des Unternehmens überstieg letzte Woche die Marke von 1 Billion Dollar, womit es nach Taiwans TSMC und Samsung Electronics das dritte Unternehmen in Asien ist, das diesen Meilenstein erreicht hat.

SK Hynix erklärte einigen Investoren in dieser Woche, dass das Feedback der Aktionäre zum US-Listing angesichts der KI-Nachfrage und der Wettbewerbsposition des Unternehmens im Speicherchipmarkt 'extrem positiv' ausgefallen sei, so die informierte Person.

Das Unternehmen, ein Hauptlieferant von Nvidia, verspricht sich von einer US-Notierung eine Verbreiterung seiner Investorenbasis. Dies sei insbesondere deshalb relevant, weil einige US-Institutionelle aufgrund interner Richtlinien ausschließlich in an US-Börsen gelistete Titel investieren dürfen.

Zudem wurde den Investoren mitgeteilt, dass derzeit keine spezifischen Details zum Fortschritt des Verfahrens genannt werden können, da die Prüfung durch die US-Börsenaufsicht SEC noch andauert.

'SK Hynix plant die Emission von ADRs bis 2026, wobei Details wie Umfang und Zeitpunkt noch nicht feststehen', erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme auf Anfrage von Reuters.

STARKER SPEICHERMARKT

Der steigende Bedarf an Speicherchips für KI-Rechenzentren hat zu einer gravierenden Angebotsverknappung geführt, die auch Branchen wie Smartphones und Computer betrifft. Führende Hersteller wie Samsung und SK Hynix profitieren derweil von den sprunghaft ansteigenden Chippreisen.

Laut der Quelle teilte SK Hynix den Investoren mit, dass man auch für das kommende Jahr mit einem günstigen Preisumfeld für High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM) rechne, da bereits Gespräche mit Kunden über die künftige Preisgestaltung dieser für KI-Chipsätze essenziellen Komponenten geführt werden.

Zudem hieß es, dass die starke Nachfrage von Nvidia nach LPDDR-Speichern - stromsparenden Chips, die üblicherweise in Telefonen und Tablets verbaut werden - für deren nächste KI-Plattform 'Vera Rubin' das Angebot am gesamten Speichermarkt ab 2027 weiter verknappen könnte.

Um dem entgegenzuwirken, plane SK Hynix, seine Investitionen und den Produktmix anzupassen, um den Output zu maximieren, so der Insider.

Dennoch räumte SK Hynix gegenüber Investoren ein, dass es schwierig sei, mit Gewissheit zu sagen, ob die gesamte Nachfrage bedient werden könne, da erwartet wird, dass diese das Angebot bei weitem übersteigen wird.