Singtel erklärte, man suche nach einem 'gleichgesinnten, langfristig orientierten lokalen Partner für eine bedeutende Minderheitsbeteiligung' an dem australischen Betreiber. Optus befindet sich seit über 25 Jahren im Besitz von Singtel und ist das zweitgrößte Telekommunikationsunternehmen Australiens.
Optus steht nach zwei aufeinanderfolgenden Ausfällen einer Notrufnummer, von denen Tausende von Nutzern betroffen waren und die mit vier Todesfällen in Verbindung gebracht wurden, unter massiver Kritik. Die Vorfälle führten zum Rücktritt von zwei Führungskräften, darunter der Finanzchef.
Singtel gab an, dass der Verkaufsprozess Gespräche mit lokalen Partnern beinhalten könnte, die die 'Expertise zur Verbesserung der Dienstleistungsqualität und -bereitstellung' mitbringen.
Im vergangenen Jahr veräußerte der Konzern im Rahmen seiner laufenden Strategie zur Umstrukturierung von Vermögenswerten bereits eine Beteiligung an der indischen Bharti Airtel für 1,16 Mrd. S$.
In einer separaten Mitteilung zu den Jahresergebnissen erklärte Singtel, dass sich die geplanten Ausgaben für 2027 auf etwa 3 Mrd. S$ belaufen werden, wobei zusätzliche 1,2 Mrd. S$ für Rechenzentren und KI-bezogene Zwecke vorgesehen sind.
Singtel gab sich hinsichtlich der kurzfristigen Aussichten vorsichtiger und erwartet ein Wachstum des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich.
Obwohl das Unternehmen nicht direkt im Nahen Osten tätig ist, wies es darauf hin, dass die meisten seiner Kernmärkte Netto-Energieimporteure seien. Diese seien Schwankungen der globalen Energiepreise ausgesetzt, was höhere Betriebskosten, eine schwächere Konsum- und Investitionsbereitschaft sowie ein langsameres Wirtschaftswachstum zur Folge haben könnte.
Die Gruppe betonte, dass bestehende langfristige Stromlieferverträge die Auswirkungen abfedern sollten, warnte jedoch davor, dass Währungsvolatilität in den regionalen Märkten die umgerechneten Gewinne belasten könnte.
Südostasiens größter Telekommunikationsbetreiber verzeichnete für das im März 2026 endende Geschäftsjahr einen bereinigten Nettogewinn von 2,77 Mrd. S$, gegenüber 2,47 Mrd. S$ im Vorjahr, blieb jedoch hinter der Visible Alpha-Konsensschätzung von 2,82 Mrd. S$ zurück.
Das EBIT stieg 2026 um fast 9 % auf 1,50 Mrd. S$. Singtel kündigte eine Schlussdividende von 10,3 Singapur-Cent pro Aktie an, verglichen mit 10 Singapur-Cent im Vorjahr.
Die Aktien des Unternehmens fielen um fast 7 % und steuerten auf den schwächsten Handelstag seit März 2020 zu. Damit war der Titel der schwächste Wert im Referenzindex, der bis 06:58 Uhr GMT um 0,3 % nachgab.
($1 = 1,2792 Singapur-Dollar)


















