Die Aktien von Siemens gaben am Donnerstag um fast 6% nach, da eine Anhebung der mittelfristigen Umsatzwachstumsprognose die Anleger nicht beruhigen konnte. Gewinnmitnahmen und Enttäuschung über den Gewinnausblick für das nächste Jahr belasteten die Stimmung.
Das Unternehmen, das am Mittwoch angekündigt hatte, seinen Anteil an Siemens Healthineers schrittweise auf 20% zu reduzieren, erwartet für das kommende Jahr einen Umsatzanstieg von 6-8% und mittelfristig von 6-9%.
Beide Werte würden eine Beschleunigung gegenüber dem Umsatzwachstum von 5% bedeuten, das Siemens am Donnerstag für das am 30. September beendete Geschäftsjahr gemeldet hat.
Dennoch lag der Aktienkurs um 12:35 Uhr GMT um 5,8% im Minus. Ein Händler verwies auf Gewinnmitnahmen nach einer zuletzt starken Kursentwicklung sowie auf Enttäuschung über den Ausblick auf den Gewinn im kommenden Geschäftsjahr.
UMSATZ ENTSPRICHT ERWARTUNGEN, INDUSTRIEGEWINN BLEIBT ZURÜCK
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 stieg der Umsatz von Siemens auf vergleichbarer Basis um 6% auf 21,43 Milliarden Euro (EUR24,99 Milliarden), was den Prognosen entsprach.
Der Industriegewinn stieg um 2% auf 3,19 Milliarden Euro (EUR3,72 Milliarden), blieb damit jedoch hinter den Konsenserwartungen des Unternehmens von 3,32 Milliarden Euro zurück.
Der Nettogewinn in Höhe von 1,84 Milliarden Euro lag um 342 Millionen Euro unter den Prognosen.
Die Deutsche Bank bezeichnete die Ergebnisse als ,,gemischt" und fügte hinzu, dass die Gewinnprognose von Siemens für das Geschäftsjahr 2026 von 10,40 bis 11,00 Euro je Aktie um 7% unter den Konsenserwartungen liege.
CEO WEIST BEFÜRCHTUNGEN ZURÜCK, NEUES ZIEL SEI ZU KONSERVATIV
Siemens-Vorstandsvorsitzender Roland Busch wies Bedenken von Analysten zurück, dass das mittelfristige Ziel von 6-9% - ohne Übernahmen und Healthineers - zu konservativ sei.
,,Ich bin nicht der Meinung, dass eine Zielspanne von 6-9% für die Zukunft ein schwaches Ziel ist. Ich würde es als sehr ambitioniert betrachten", sagte er vor Journalisten und Analysten.
Das Wachstum von Siemens werde angetrieben durch eine starke Nachfrage in den Bereichen Bahn, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung, außerdem durch Rechenzentren und künstliche Intelligenz, so Busch. Auch Halbleiter und Life Sciences dürften in den kommenden fünf Jahren zu einem Umsatzanstieg beitragen.
Siemens werde weiterhin nach Übernahmen im Bereich Software, bei Unternehmen mit vernetzten Hardware-Geräten sowie bei KI-Firmen suchen, so Busch. Übernahmen seien jedoch im neuen Ziel nicht enthalten.
,,Wir befinden uns in einer guten Position, weil wir das anbieten, was die Welt immer mehr braucht", sagte Busch vor Journalisten und Analysten.
Busch erklärte, die Reduzierung des Siemens-Anteils an Healthineers, das Medizintechnik und Diagnostikgeräte herstellt, ermögliche es dem Unternehmen, sich stärker auf die Kernbereiche Fabrik- und Gebäudeautomatisierung sowie den Zugbau zu konzentrieren.
Siemens brachte Healthineers 2018 an die Borse, behielt jedoch zunächst einen Anteil von 85%.
($1 = 0,8575 Euro)



















