--Quartalszahlen unter Markterwartungen

--China-Effekt in Labordiagnostik drastischer als erwartet

--Möglicher Carve-out des Diagnostik-Geschäfts wird vorbereitet

(NEU: Weitere Details, Aussagen aus Pressekonferenz, Marktreaktion)

Von Olaf Ridder

DOW JONES--Siemens Healthineers streicht nach erheblichen Umsatzeinbußen in China und wegen steigender Kosten die Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 zusammen. Im Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nurmehr 4,5 bis 5,0 Prozent Wachstum auf vergleichbarer Basis statt wie bisher 5 bis 6 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird zwischen 2,20 und 2,30 Euro gesehen statt wie bisher zwischen 2,20 bis 2,40 Euro.

Damit liege der neue Mittelwert um 5 Cent unter dem bisherigen, bleibe aber im Zielrahmen, sagte Finanzchef Jochen Schmitz. Die Senkung sei der Kosteninflation bei Speicherchips, Rohmaterialien und den wegen des Nahostkonflikts gestiegenen Logistikkosten geschuldet. Unterdessen wird die Wachstumsprognose gesenkt, weil sich die Anpassungen auf dem chinesischen Markt für Laborreagenzien zuletzt "drastischer" ausgewirkt hätten, als erwartet, sagte Konzernchef Bernd Montag. Insgesamt habe sich das Labordiagnostik-Marktvolumen in China mit der Ausrichtung des Gesundheitswesens auf eine volumenbasierte Beschaffung und eine Reduzierung der Erstattungssätze in etwa halbiert.

Im abgelaufenen Quartal verfehlte Siemens Energy die Markterwartungen. "Obwohl das Umfeld schwierig bleibt, ist unser synergetischer Kern aus Imaging und Precision Therapy weiter mit gutem Momentum auf Kurs", sagte Vorstandschef Bernd Montag. "Zudem ergreifen wir Maßnahmen für die Zukunft des Unternehmens: Wir leiten die nächsten Schritte zur Schaffung von Optionen für Diagnostics ein."

Vorbereitet werde die Entscheidung über eine mögliche Ausgliederung des bereits operativ eigenständigen Geschäfts in eine auch rechtlich eigenständige Einheit, sagte Montag in der Pressekonferenz. Dieser Prozess werde einige Monate in Anspruch nehmen. Der Vorstand hatte bereits mehrfach deutlich gemacht, dass das Geschäft mit Laborgeräten und den dazugehörigen Reagenzien wenige Synergien mit dem anderen Healthineers-Kerngeschäft hat, das MRT- und Röntgengeräte sowie Strahlentherapien und Operationsroboter umfasst.

Ob es zu einem Verkauf der margenschwächeren Sparte kommt, wie dies einige Investoren schon länger fordern, ist nicht ausgemacht. Die Optionen, um die es geht, umfassten alle Formen der Weitergabe des Geschäfts an Dritte und alle Formen der Fortführung im Rahmen des eigenen Geschäfts, sagte Finanzchef Schmitz. Interesse von Private-Equity-Investoren an dem Diagnostics-Geschäft allerdings gibt es, wie der Manager bestätigte.

In der Sparte gingen die Einnahmen zuletzt auf vergleichbarer Basis um 6,5 Prozent zurück, und die Marge sank von 6,3 auf 0,9 Prozent. Konzernweit verbuchte Healthineers im abgelaufenen Quartal ein bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) von 836 Millionen Euro - ein Rückgang von 14,9 Prozent. Die entsprechende Marge lag bei 14,7 Prozent - 1,9 Punkte unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz stieg vergleichbar um 3,1 Prozent auf 5,68 Milliarden Euro. Analysten hatten mit 5,77 Milliarden Euro Umsatz, 868 Millionen Euro bereinigtem EBIT und einer Marge von von 15,1 Prozent gerechnet.

An der Börse kamen die Zahlen nicht gut an. Zum Handelsstart wurde die Aktie von Siemens Healthneers mit einem Abschlag von 5,7 Prozent notiert.

Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

DJG/rio/cbr

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May 07, 2026 03:16 ET (07:16 GMT)