Trotz der dominanten Stellung im Oligopol mit GE und Philips bleibt Siemens Healthineers, der seit 2018 börsennotierte Spin-off des Siemens-Gesundheitsgeschäfts (an dem der Mutterkonzern weiterhin mehr als zwei Drittel der Anteile hält), ein Paradebeispiel dafür, dass Marktmacht nicht automatisch mit überdurchschnittlicher Wertschöpfung einhergeht – wie bereits in „Nokia: Diesmal ist alles anders“ thematisiert.
Zwar konnte das Unternehmen den Umsatz im Geschäftsjahr von 22,36 auf 23,37 Milliarden Euro steigern, auch der Nettogewinn legte auf 2,17 Milliarden Euro zu (nach 1,96 Milliarden im Vorjahr). Dennoch bleibt die Börsenentwicklung blass – ein Hinweis auf die weiterhin bestehenden Zweifel der Anleger.
Der entscheidende Schwachpunkt liegt in der mangelnden operativen Dynamik: Trotz der milliardenschweren Übernahme des US-Strahlentherapie-Spezialisten Varian, die als transformativ angekündigt wurde, stagniert das bereinigte operative Ergebnis weitgehend – und das trotz eines Umsatzanstiegs. In realen, inflationsbereinigten Zahlen ergibt sich kaum ein Fortschritt.
Vor der Übernahme lag das operative Ergebnis bei 1,94 Milliarden Euro, aktuell bei 2,85 Milliarden Euro – nominal ein Anstieg, doch gemessen an den Erwartungen und der Größenordnung des Deals (16,4 Mrd. USD) eher enttäuschend. Zudem hat der Zukauf den Verschuldungsgrad deutlich erhöht. Die Nettoverbindlichkeiten entsprechen heute dem Vierfachen des operativen Ergebnisses – ein nicht zu vernachlässigendes Risiko, auch wenn der Hauptgläubiger weiterhin Siemens selbst ist, der die Finanzierung zu günstigen Konditionen bereitstellt.
Hinzu kommt ein strukturelles Börsenproblem: Die Beteiligung von Siemens blockiert faktisch den Streubesitz. Sobald der Konzern versucht, Anteile zu veräußern, entsteht Abgabedruck auf die Aktie, was eine nachhaltige Kursentwicklung zusätzlich erschwert.
In Summe erklären diese Faktoren den anhaltenden Zweifel der Investoren: Obwohl Siemens Healthineers solide wächst und eine führende Marktstellung innehat, bleibt die Wertschöpfung hinter den Erwartungen zurück. Der Markt bleibt zu Recht vorsichtig – und behandelt die Aktie mit dem entsprechenden zurückhaltenden Blick.


















