München, 05. Feb (Reuters) - Der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers muss im laufenden Geschäftsjahr die Umwälzungen im Gesundheitswesen in China und den schwachen Dollar verdauen. Trotz des Gegenwinds bekräftigte Vorstandschef Bernd Montag am Donnerstag in Erlangen die Erwartung, dass die Siemens-Tochter 2025/26 (Ende September) mit einem Gewinn je Aktie von 2,20 bis 2,40 (Vorjahr: 2,39) Euro an das Vorjahresniveau herankommen wolle. Zwar steht die Labor-Sparte Diagnostics in China durch die im Frühjahr 2025 eingeführte zentrale Beschaffung und staatlich fixierte Preise unter Druck. Die anderen Sparten hätten jedoch im ersten Quartal "gezeigt, was sie können", und könnten den Effekt voraussichtlich kompensieren, sagte Montag.

Von Oktober bis Dezember stieg der Umsatz von Healthineers auf vergleichbarer Basis zwar um knapp vier Prozent auf 5,40 Milliarden Euro, nach Währungseffekten stand aber ein Minus von 1,5 Prozent zu Buche. Montag sprach von einem "soliden Wachstum", vor allem in Nordamerika liefen die Geschäfte trotz der Zölle gut. Analysten hatten im Schnitt mit etwas mehr gerechnet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel von Oktober bis Dezember um 1,5 Prozent auf 809 Millionen Euro, übertraf damit aber die Erwartungen der Experten. Dabei brach das Ebit bei Diagnostics um mehr als drei Viertel ein. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) blieb mit 15,0 Prozent stabil. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 456 Millionen, der knapp fünf Prozent geringer ausfiel als ein Jahr zuvor.

"Wir hatten einen sehr guten Start mit höherem Gewinn und Profitabilität in unserem Kern aus Imaging und Precision Therapy - und das trotz erheblichen Gegenwinds durch Währungseffekte und Zölle", resümierte Montag. Die Analysten von Jefferies schrieben dagegen von einem "langsamen Start, wie erwartet". Healthineers habe aber einen Puffer aufgebaut, der dem Konzern helfe, die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Die Aktie stieg vorbörslich um 1,7 Prozent.

AUF DEM WEG ZUR "NEUEN NORMALITÄT"

Die chinesischen Behörden kämpfen seit Jahren gegen Korruption im Gesundheitswesen und wollen damit den Einfluss von Zwischenhändlern eindämmen, die oft die Hand aufhalten. Die Einführung fester Preise werde in der Labor-Sparte auch im laufenden zweiten Quartal noch zu einem Umsatzrückgang führen, der sogar noch stärker ausfallen dürfte als im ersten. Danach sei man aber in der "neuen Normalität" angelangt, sagte Montag. Siemens Healthineers werde im Vertrieb in China umsteuern.

Wegen des Drucks auf die Labor-Sparte werde das Umsatzwachstum von Januar bis März auch noch unter den fünf bis sechs Prozent liegen, die Healthineers für das Gesamtjahr weiterhin erwartet. Auch die Margen dürften im zweiten Quartal in allen Sparten unter Vorjahr liegen. An den Überlegungen, sich mittelfristig vom Diagnostik-Geschäft zu trennen, änderten die Entwicklungen in China nichts, betonte Montag.

(Bericht von Alexander Hübner. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)