Führende Vertreter der deutschen Industrie, darunter die Vorstandsvorsitzenden von Siemens Energy und Thyssenkrupp, werden Wirtschaftsministerin Katherina Reiche auf einer Reise nach Saudi-Arabien begleiten, wie vier mit der Angelegenheit vertraute Personen mitteilten. Europas größte Volkswirtschaft sucht damit nach neuen Wegen zur Diversifizierung ihrer Energieversorgung.

Reiche wird vom 1. bis 3. Februar nach Saudi-Arabien reisen, um die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen, wie ein Sprecher ihres Ministeriums erklärte. Die Reise findet nur wenige Tage, nachdem sie angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen die Notwendigkeit neuer Allianzen betont hatte, statt.

Im Mittelpunkt der Reise steht das Thema Energie – ein zentrales Anliegen für Deutschland, das als wichtigster Wirtschaftspartner Saudi-Arabiens in der Europäischen Union gilt und nach dem Verlust günstiger Gaslieferungen aus Russland mit stark gestiegenen Kosten zu kämpfen hat.

Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender des Energietechnikunternehmens Siemens Energy, sowie Miguel Lopez, der das Industriekonglomerat Thyssenkrupp leitet, werden laut den Quellen Teil der Wirtschaftsdelegation sein, die Reiche begleitet.

Auch Uniper-Chef Michael Lewis, EnBW-CEO Georg Stamatelopoulos und Egbert Laege, der die Sefe Group führt, werden teilnehmen, hieß es weiter.

Thyssenkrupp, EnBW und Sefe bestätigten die Teilnahme ihrer Vorstandsvorsitzenden.

Siemens Energy und Uniper lehnten eine Stellungnahme ab.

Der Ministeriumssprecher erklärte, dass während der Reise mehrere Absichtserklärungen unterzeichnet werden sollen, die sich „auf Energieprojekte, Innovation, Deep Tech, künstliche Intelligenz und insbesondere auf den Start-up-Sektor“ konzentrieren.

Die Bedeutung der Region für Berlin wird zudem dadurch unterstrichen, dass Bundeskanzler Friedrich Merz vom 4. bis 6. Februar nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate reisen wird.

Sowohl die Investitionen der Golfstaaten in die deutsche Wirtschaft als auch die Bemühungen zur Diversifizierung der Energieversorgung stehen auf der Agenda, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Berlin hoffe zudem, „eine Zunahme der Investitionstätigkeit zu beobachten“.

Katar ist ein bedeutender Anteilseigner einiger der größten und bekanntesten deutschen Unternehmen, darunter Volkswagen, RWE und Deutsche Bank.