Der Krankenversicherer UnitedHealth Group hat laut einem Bericht eines US-Senatsausschusses aggressive Risikoadjustierungs-Codierungsmethoden eingesetzt, um die Erstattungen der US-Regierung für Patienten, die in seinen Medicare-Advantage-Gesundheitsplänen eingeschrieben sind, zu erhöhen.

Die Aktien des Unternehmens lagen am Montagmorgen um etwa 1,6% niedriger bei 338,21$.

Medicare ist ein US-Regierungsprogramm für Personen ab 65 Jahren oder Menschen mit Behinderungen. Die Regierung erstattet privaten Krankenversicherungsplänen, sogenannten Medicare Advantage, einen festen Betrag pro Patient, zahlt jedoch mehr, wenn die Patienten kränker sind.

Der Bericht von Senator Chuck Grassley, dem Vorsitzenden des Justizausschusses des Senats, stellte fest, dass das Unternehmen mehr Diagnosen und Diagnosecodes eingereicht habe als jede andere Medicare-Advantage-Organisation. Dies führte laut Bericht zu höheren staatlichen Zahlungen, die an den schlechten Gesundheitszustand der Patienten gebunden sind, als bei allen anderen Wettbewerbern.

"Nach Durchsicht der Unterlagen liefert dieser Bericht Belege dafür, dass die UnitedHealth Group die Risikoadjustierung in eine hauptsächlich gewinnorientierte Strategie verwandelt hat, was nicht die ursprüngliche Absicht des Programms war", heißt es in dem Bericht.

Die Untersuchung wurde zuerst am selben Tag vom Wall Street Journal berichtet.

UNITEDHEALTH WIDERSPRICHT DEN FESTSTELLUNGEN DES BERICHTS

Ein Sprecher von UnitedHealth erklärte in einer per E-Mail versandten Stellungnahme, das Unternehmen sei mit der Darstellung der Medicare-Advantage-Codierungspraktiken und des HouseCalls-Programms durch den Ausschuss nicht einverstanden.

"Unsere Programme entsprechen den geltenden (staatlichen regulatorischen) Anforderungen und haben durch staatliche Prüfungen eine anhaltende Einhaltung der regulatorischen Standards nachgewiesen", sagte der Sprecher.

Der Bericht basierte auf mehr als 50.000 Seiten von UnitedHealth-Dokumenten, darunter interne Schulungsunterlagen, Richtlinien und Softwaredokumentationen.

Im vergangenen Jahr hatte das Wall Street Journal eine Reihe von Berichten veröffentlicht, wonach das US-Justizministerium die Medicare-Geschäfte von UnitedHealth untersuche.

UnitedHealth hatte im vergangenen Jahr öffentlich bestätigt, dass das Unternehmen vom US-Justizministerium untersucht werde, und erklärt, dass es sowohl mit strafrechtlichen als auch zivilrechtlichen Anfragen der Bundesbehörde kooperiere.