DOW JONES--Mit kräftigen Verlusten erwarten Händler die europäischen Aktienmärkte am Montag zum Start in die neue Handelswoche. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende sind ohne Ergebnis beendet worden. Konkrete Gründe für das Scheitern der US-Iran-Friedensgespräche wurden allerdings nicht genannt. Die US-Marine soll nun nach Angaben von US-Präsident Donald Trump ab Montag 16:00 Uhr MESZ die Straße von Hormus blockieren. Getroffen davon werden vor allem ölabhängige Kunden in Asien. Deutschland bekommt rund 6 Prozent seines Bedarfs über diesen Weg.

Die Tragweite dieser Entscheidung sei aber viel höher als nur für den Ölmarkt, heißt es im Handel. Denn die US-Politik sei mit Logik nicht mehr in den Griff zu bekommen: "Erst wollen wir die Strasse von Hormus unbedingt freikriegen - dann blockiern wir sie sogar selbst", sagt ein Händler. Die Börsen könnten nun nicht mehr abschätzen, woher das nächste Risiko komme, daher werde alles teurer gepreist. Entsprechend bereiteten sich die Märkte auf einen globalen Inflationsschub vor.

Unsicherheit und Unkalkulierbarkeit sorgen für Verkäufe am Aktienmarkt: Entsprechend zeigen sich die DAX-Futures am Morgen rund 380 Punkte oder 1,6 Prozent im Minus, der Ölpreis für ein Barrel der Sorte Brent springt wieder über die 100-Dollar-Marke.

Die mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise vom Freitag kletterten auf 3,3 nach 2,4 Prozent im Jahresvergleich nach oben. Grund war der starke Anstieg der Ölpreise, eine Gallone Benzin verteuerte sich im März um rund 40 Prozent gegenüber Ende Februar, wie Thomas Gitzel von der VP Bank unterstreicht. Dazu verteuern sich auch die US-Kredite enorm: Die 10-jährige US-Rendite stieg wegen des erwarteten Inflationsschocks auf 4,35 Prozent.

Die Ängste vor einem Energieschock und beschleunigter Inflation haben in Japan die Rendite der Staatsanleihen fast auf ein 30-Jahreshoch getrieben. Die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen stieg laut Datenanbieter Quick auf 2,490 Prozent und damit den höchsten Stand seit Juni 1997. Viele Investoren erwarten, dass die Bank of Japan die Zinsen bereits in diesem Monat anhebt, um zu verhindern, dass höhere Energiepreise die fragile wirtschaftliche Erholung des Landes gefährden.

Zu den Öl-Preisen könnte auch bald die Angst vor niedrigen Lagerbeständen angesichts der US-Blockade iranischer Ölexporte über die Straße von Hormus kommen, sagt Ryan McKay von TD Securities. Die Blockade könnte rund 2 Millionen Barrel pro Tag iranischer Öllieferungen, die während des US-Iran-Konflikts weitergeflossen waren, vom Markt nehmen, das Defizit bei Rohöl auf über 5 Millionen Barrel pro Tag erhöhen. "Dadurch würde sich der Zeitraum bis zu rekordtiefen Lagerbeständen an Land auf Juli statt August verkürzen", so McKay.

Investoren fürchten nun, dies könne zu einer neuen Bewährungsprobe für die Märkte werden. Denn am Montag beginnt die Berichtssaison für das erste Quartal, mit Ergebnissen in dieser Woche von Goldman Sachs, Blackrock und JP Morgan. Interessant dürften vor allem deren Ausblicke werden.

Keine gute Kombination für Airlines, besonders Lufthansa, sehen Händler in der aktuellen Nachrichtenlage. Vor allem der Ölpreis-Sprung werde die Branche belasten. "Das planvolle Hedging sichert zwar sehr gut gegen solche Event-Spitzen, die Sorgen steigen aber nun, dass ein langfristiger Anstieg des Energiepreis-Niveaus bevorsteht", sagt ein Händler. Damit könnten die Kosten der Airlines dauerhaft steigen.

Lufthansa stehen zudem mit erneuten Arbeitsniederlegungen weiter im Fokus, denn nach dem Streik des Kabinenpersonals in der vergangenen Woche streiken am Montag und Dienstag nun die Piloten. Es fallen wieder Hunderte von Flügen aus.


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DEVISEN        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag  Do, 18:37 Uhr 
EUR/USD         1,1691   -0,2   -0,0028          1,1719         1,1717 
EUR/JPY         186,62   -0,1   -0,1000        186,7200       186,6600 
EUR/CHF         0,9253   +0,0    0,0003          0,9250         0,9251 
EUR/GBP         0,8714   +0,1    0,0006          0,8708         0,8707 
USD/JPY         159,64   +0,2    0,3500        159,2900       159,3100 
GBP/USD          1,341   -0,4   -0,0048          1,3458         1,3454 
USD/CNY         6,8321   +0,1    0,0043          6,8278         6,8278 
USD/CNH         6,8306   +0,1    0,0053          6,8253         6,8268 
AUS/USD         0,7042   -0,3   -0,0018          0,7060         0,7069 
Bitcoin/USD  71.066,50   -0,4   -290,95       71.357,45      72.753,16 
 
ROHÖL          zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex       103,67   +7,4      7,10           96,57 
Brent/ICE       102,06   +7,2      6,86           95,20 
 
Metalle        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold          4.726,33   -0,4    -21,16        4.747,49 
Silber           74,48   -1,8     -1,40           75,88 
Platin        2.045,63   +0,0      0,47        2.045,15 
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April 13, 2026 02:31 ET (06:31 GMT)