Berlin, 19. Mai (Reuters) - Die Bundesregierung will Lehren aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine stärker in ihre Sicherheitsstrategie einbinden und den Schutz kritischer Infrastruktur ausbauen. Dazu richtet das Auswärtige Amt am Dienstag eine internationale Konferenz zur Energiesicherheit aus. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erfahrungen der Ukraine im Umgang mit Angriffen auf ihre kritische Infrastruktur. Zu dem Treffen im Auswärtigen Amt werden Vertreter aus rund 40 Ländern sowie von G7, EU, Nato, internationalen Organisationen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erwartet.

Anlass ist die anhaltende Bedrohung von Versorgungsnetzen durch Sabotage und hybride Kriegsführung, wie sie im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine besonders deutlich wird. Die dortige Infrastruktur steht seit Jahren unter Beschuss, gilt aber zugleich als Beispiel für Anpassungsfähigkeit und schnellen Wiederaufbau. Bundesaußenminister Johann Wadephul erklärte, Deutschland wolle die Zusammenarbeit mit der Ukraine vertiefen und zugleich von deren Erfahrungen lernen, um die eigene kritische Infrastruktur besser zu schützen.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche betonte, Angriffe auf die Strom- und Wärmeversorgung zielten direkt auf die Bevölkerung. Der Schutz der Netze sei daher eine zentrale politische Aufgabe. Die Konferenz ist Teil einer neuen strategischen Partnerschaft zwischen Deutschland und der Ukraine. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der Schutz kritischer Infrastruktur, der Ausbau dezentraler Versorgung sowie internationale Hilfen für die ukrainische Energiewirtschaft.

(Bericht von Alexander RatzRedigiert von Ralf BodeBei Rückfragen wenden Sie sich an berlin.newsroom@tr.com)