Seit dem Ende der Pandemie bewegen sich Auftragsvolumen und Umsatz konstant auf einem Niveau von etwa drei Milliarden US-Dollar pro Quartal. Getragen von den jüngsten Preisanstiegen bei Rohstoffen sowie der Wiederaufnahme von Investitionen nach den pandemiebedingten Verwerfungen – zwei Faktoren, die der Markt inzwischen weitgehend eingepreist hat – zeigt sich das Bergbaugeschäft in robuster Verfassung. Es ist vor allem dieses Segment, das die Rückkehr zur Wachstumsspur ermöglicht, nachdem der Konzern zwei Jahre der Stagnation hinter sich hat.
Anders präsentiert sich die Lage im Industriesegment, wo die konjunkturelle Lage deutlich verhaltener ausfällt. Hinzu kommt: Wie viele europäische Unternehmen leidet Sandvik stark unter dem schwachen US-Dollar. Da der Großteil der Umsätze auf dem Weltmarkt erzielt wird, hat der Währungsverlust im dritten Quartal die organischen Zuwächse vollständig neutralisiert.
Sandvik ist nur gering verschuldet, zudem zu sehr günstigen Konditionen, die sich aus opportunistischen Refinanzierungen der vergangenen Jahre ergeben haben. In den letzten fünf Geschäftsjahren erwirtschaftete der Konzern durchschnittlich einen Gewinn von 1,2 Milliarden US-Dollar. Der Löwenanteil dieser Erträge wurde jedoch in eine aggressive Akquisitionsstrategie reinvestiert – bislang allerdings ohne sichtbaren Ertrag.
Die Börse scheint sich an dieser Wachstumsschwäche derzeit nicht zu stören. Sandvik wird mit einem Bewertungsniveau gehandelt, das mit dem US-Konkurrenten Caterpillar vergleichbar ist – obwohl dieser in den vergangenen fünf Jahren eine deutlich stärkere organische Gewinnentwicklung verzeichnet hat. Es stellt sich daher die Frage, ob hier nicht eine spekulative Übertreibung vorliegt. Denn eine Bewertung zum 31-Fachen des durchschnittlichen Fünfjahresgewinns erscheint für ein Unternehmen ohne nennenswertes Wachstum zumindest fragwürdig.
Sandvik selbst betont seit jeher, dass die eigene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit langfristig betrachtet werden müsse – gerade mit Blick auf die ausgeprägten Zyklen in den adressierten Märkten. Doch auffällig ist: In US-Dollar gemessen hat der Quartalsumsatz seit über einem Jahrzehnt nie nachhaltig die Schwelle von drei Milliarden US-Dollar überschritten. Auch die operativen Margen zeigen sich volatil – ein weiteres Indiz dafür, dass strukturelle Wachstumsgrenzen erreicht sein könnten.




















