Ganz unbegründet ist dieser Discount nicht: Das in Newcastle ansässige Unternehmen hatte lange Schwierigkeiten, seine Produkte international zu skalieren – nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen steuerlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern. Zudem konkurriert es mit Branchengrößen wie dem US-Konzern Intuit oder dem neuseeländischen Anbieter Xero, die im Vergleich deutlich dynamischer gewachsen sind.
Sage leidet seit jeher unter schwacher organischer Wachstumskraft, begleitet von einem leichten, aber spürbaren Rückgang der Profitabilität seit dem Aufstieg des Cloud-Computings vor rund zehn Jahren. Diese beiden Punkte haben das Vertrauen der Investoren nachhaltig belastet.
Ein echter Impuls für die Geschäftsentwicklung ging hingegen von zwei großen Übernahmewellen aus: Die erste erfolgte 2017 unter CEO Stephen Kelly mit den Zukäufen von Intacct, Fairsail und Compass. Die zweite folgte 2022 unter der Führung von Steve Hare mit den Akquisitionen von Lockstep, Futrli, Spherics und Mateo.
Erfreulicherweise konnte Sage aus diesen externen Wachstumsinitiativen tatsächlichen Mehrwert schöpfen – nicht zuletzt, weil sie klug über den Verkauf von Nicht-Kerngeschäften finanziert wurden. Zwischen 2016 und 2025 stieg der Umsatz so von 1,4 auf 2,5 Milliarden Pfund, während der freie Cashflow von 254 auf 470 Millionen Pfund zulegte.
All das reicht allerdings noch nicht aus, um an den Kapitalmärkten für Begeisterung zu sorgen – auch deshalb, weil britische Technologieunternehmen im Vergleich zu ihren amerikanischen Pendants strukturell weniger attraktiv wahrgenommen werden. Die Bewertung von Sage pendelt daher trotz der erfreulichen Jahreszahlen 2025 und eines Rekordgewinns weiterhin bei etwa dem 15-fachen EBITDA.
Zum Vergleich: Xero, das auf einem ähnlichen Marktsegment operiert, konnte seinen Umsatz in den vergangenen zehn Jahren verzehnfachen und erzielt heute einen doppelt so hohen freien Cashflow wie Sage. In der Folge wird der Neuseeländer in Relation zum Umsatz auch weiterhin mit dem dreifachen Multiple von Sage bewertet – auch wenn sich dieser Abstand in jüngster Zeit verringert hat, da das Wachstum von Xero zuletzt deutlich an Schwung verloren hat und damit bei einigen Investoren für Ernüchterung sorgte.




















