Laut einer von Bank of America unter 3 000 Unternehmen durchgeführten Umfrage setzen bislang lediglich 6 % der Firmen KI-Agenten produktiv ein. Die größten Hürden sind Preisgestaltung und Unsicherheit über die tatsächlichen Gesamtkosten der Implementierung. Zudem entwickeln die meisten SaaS-Anbieter bereits eigene Agentenlösungen und genießen bei Unternehmen einen hohen Vertrauensvorschuss in puncto Datensicherheit und Governance.

Auf einer von Bank of America organisierten Branchenkonferenz bestätigten Kunden und Partner, dass native KI-Lösungen (etwa von OpenAI oder Anthropic) zwar durch ihre Innovationskraft beeindrucken, jedoch nicht die nötige Produktreife und Compliance-Garantie für einen breiten Unternehmenseinsatz bieten. Viele Unternehmen bevorzugen daher weiterhin SaaS-Anbieter, deren Lösungen bereits tief in ihre bestehenden IT-Systeme integriert sind.

Zudem scheint OpenAI seine Strategie derzeit stärker auf den Endverbraucher- und Werbemarkt auszurichten als auf Unternehmenskunden – was den SaaS-Anbietern Zeit verschafft, ihre eigenen KI-Funktionalitäten zu erweitern.

Nach Einschätzung der Analysten von Bank of America ist die Börsenkorrektur der SaaS-Werte deutlich überzogen. Die Verbreitung nativer KI bleibt begrenzt, während etablierte SaaS-Anbieter dank ihrer Integrationstiefe, Glaubwürdigkeit und Anpassungsfähigkeit im Vorteil sind.

Für Anleger bedeutet dies weniger eine unmittelbare Bedrohung, sondern vielmehr eine langfristige Chance, da KI mittelfristig zur Effizienzsteigerung bestehender Software-Ökosysteme beitragen dürfte.