JOHANNESBURG, 13. Mai - Südafrika sieht sich einem Doppelschlag aus innenpolitischer Unsicherheit und externem Gegenwind ausgesetzt. S&P Global Ratings erklärte, man beobachte genau, ob die Koalitionsregierung des Landes stabil bleibe und die Reformen fortführen könne, die der Heraufstufung der Kreditwürdigkeit im vergangenen Jahr zugrunde lagen.

o Das südafrikanische Verfassungsgericht machte am Freitag den Weg frei für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Cyril Ramaphosa im Zusammenhang mit dem Phala-Phala-Skandal. Zuvor hatte ein Untersuchungsausschuss festgestellt, dass er sich wegen des Diebstahls von 580.000 Dollar in bar, die in einem Sofa auf seiner Farm versteckt waren, verantworten muss.

o Diese Entwicklung rückt die Koalitionsregierung erneut ins Rampenlicht, während steigende Ölpreise und höhere Kreditkosten infolge des Nahost-Konflikts den Druck auf die Wirtschaft erhöhen.

o Samira Mensah, Leiterin Analyse und Research für Afrika bei S&P, sagte gegenüber Reuters, S&P beobachte 'die Belastbarkeit und Stabilität dieser Koalition, um Reformen weiter voranzutreiben und die Dynamik aufrechtzuerhalten'.

o S&P hatte das Kreditrating Südafrikas im November zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten angehoben und dies mit dem verbesserten Wachstums- und Haushaltskurs des Landes begründet.

o Der Ausblick von S&P für afrikanische Staatsanleihen war zu Beginn des Jahres 2024 nach zwei Jahren mit Ratingverbesserungen positiv, doch der Nahost-Konflikt stelle nun ein Risiko dar, so Mensah.

o Mehr als drei Viertel der bewerteten afrikanischen Staaten sind Nettoimporteure von Treibstoff und Düngemitteln. Damit sind Länder wie Ägypten, Mosambik und Ruanda kriegsbedingten Preissteigerungen am stärksten ausgesetzt, während Exporteure wie Nigeria und Angola besser geschützt sind.

o Afrikanische Staaten geben im Durchschnitt etwa 17% ihrer Einnahmen für Zinszahlungen aus, verglichen mit einem globalen Median von etwa 5,5%. Dies lässt kaum fiskalischen Spielraum, um externe Schocks abzufedern.

o Mensah warnte, dass Regierungen, die kürzlich Treibstoffsubventionen abgeschafft haben, unter politischen Druck geraten könnten, diese Reformen rückgängig zu machen, je länger der Konflikt andauert.