Tech als Speerspitze – aber kein Sektoreneffekt
Laut einer aktuellen Analyse von Goldman Sachs, basierend auf den Geschäftsberichten der 500 Index-Mitglieder, ist nur ein Sektor mehrheitlich international aufgestellt: die Technologiebranche, mit durchschnittlich 56 % Auslandsumsatz – angetrieben von den Halbleiterherstellern mit 67 %.
Ein sektorbedingter Verzerrungseffekt lässt sich jedoch nicht geltend machen: Die 50 internationalsten Unternehmen verteilen sich auf elf verschiedene Branchen, und das Portfolio wurde entsprechend der Umsatzverteilung gewichtet. Darunter finden sich etwa Netflix (59 % Auslandsumsatz), Meta (64 %), Mondelez (74 %), Estée Lauder (75 %), Visa (59 %) und Mastercard (70 %). Die Median-Exponierung gegenüber Auslandsmärkten liegt bei 70 %.
Seit Januar haben diese international ausgerichteten Unternehmen im Durchschnitt 10,8 % zugelegt – im Vergleich zu lediglich 3,6 % bei den binnenmarktorientierten Konzernen. Der S&P 500 insgesamt verzeichnet im gleichen Zeitraum ein Plus von 7 %.
Nachhaltiger Rückenwind für globale Konzerne
Unabhängig von Dollarbewegungen oder kurzfristigen Effekten profitieren international agierende Unternehmen von einer robusteren Wachstumsdynamik.
Bereits im vierten Quartal 2024 war diese Tendenz sichtbar: Firmen mit mehr als 50 % Auslandsanteil konnten ihre Erlöse deutlich stärker steigern als jene mit geringerer internationaler Ausrichtung.

Umsatzwachstum im vierten Quartal 2024 im S&P 500 nach internationaler Ausrichtung. Grün> 50 % Auslandsexponierung, blau < 50 % (Quelle: Factset, Februar 2025)
Der Dollar als Katalysator
Der Wechselkurs hat diesen Trend verstärkt: Der US-Dollar erlebte das schlechteste Halbjahr seit 1973 – ein Rückgang von 7 % im handelsgewichteten Vergleich. Davon profitierten vor allem US-Exporteure, da ihre Produkte im Ausland günstiger wurden.

Entwicklung des handelsgewichteten US-Dollars über die letzten 12 Monate; Quelle: MacroMicro
Doch das schwache Greenback wirkt nicht einseitig: Für importabhängige US-Unternehmen – etwa solche, die Rohstoffe, Komponenten oder Ersatzteile aus dem Ausland beziehen und vorwiegend im Inland verkaufen – verschärft sich der Kostendruck. Sie gehören zu den klaren Verlierern der aktuellen Wechselkursentwicklung.
Die internationalsten Werte im Index
Einige S&P-500-Unternehmen erwirtschaften nahezu ihren gesamten Umsatz außerhalb der Vereinigten Staaten:
Philip Morris erzielt 100 % seines Umsatzes im Ausland – auch wenn neuere Produkte wie E-Zigaretten oder Nikotinbeutel zuletzt wieder US-Marktanteile aufgebaut haben.
Las Vegas Sands und Newmont erreichen ebenfalls 100 % Auslandsexponierung.
Im Halbleitersegment:
NXP Semiconductors (93 %),
Monolithic Power Systems (97 %),
ON Semiconductor (82 %),
Lam Research (93 %).
Und im Online-Reisegeschäft erzielt Booking Holdings rund 90 % seiner Erlöse außerhalb der USA.



























