Nach Einschätzung des Analysten entwickelte sich das Offshore-Windgeschäft rund 9 % besser als erwartet, begünstigt durch normalisierte Windbedingungen. Dieser Effekt wurde jedoch vollständig durch ein erneut schwächeres Ergebnis der Sparte Supply & Trading aufgehoben, die im Quartal einen Verlust von 84 Mio. Euro verbuchte, während der Markt lediglich mit -20 Mio. Euro gerechnet hatte.

Jefferies weist zudem darauf hin, dass die Division Flexible Generation einen Umsatz von 657 Mio. Euro erzielte. Damit lag sie im Rahmen der Erwartungen, jedoch deutlich über dem Vorjahresniveau von 379 Mio. Euro im 1. Quartal 2025. Hintergrund war eine Entschädigungszahlung von 332 Mio. Euro für Produktionsbeschränkungen des Kraftwerks Eemshaven in den Niederlanden im Jahr 2022 – ein nicht wiederkehrender Effekt.

Der Analyst bewertet auch den bereinigten Nettogewinn von 608 Mio. Euro insgesamt als im Rahmen der Erwartungen liegend. Der Konsens hatte bei 605 Mio. Euro gelegen.

Oddo BHF hebt ebenfalls hervor, dass das Quartal von der Entschädigungszahlung in Höhe von 332 Mio. Euro im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Eemshaven profitierte. Diese habe die flexible Stromerzeugung gestützt und einen wesentlichen Teil des Ergebniswachstums im Quartal erklärt. „Dieser Effekt bleibt einmalig und ist in den ursprünglichen Prognosen des Konzerns für 2026 nicht berücksichtigt“, so das Analysehaus.

„Die Prognosen für das Geschäftsjahr 2026 wurden vollständig bestätigt. Das Ergebnis je Aktie des 1. Quartals 2026 entspricht 33 % der Prognose für das Gesamtjahr“, erklärt Oddo BHF weiter.

RWE erwartet weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 5,2 und 5,8 Mrd. Euro. Oddo BHF liegt mit seiner Schätzung bei 5,637 Mrd. Euro. Für das bereinigte EBIT stellt der Konzern 2,8 bis 3,4 Mrd. Euro in Aussicht, während Oddo BHF von 3,165 Mrd. Euro ausgeht. Der bereinigte Nettogewinn soll zwischen 1,55 und 2,05 Mrd. Euro liegen. Oddo BHF erwartet hier 1,821 Mrd. Euro.

Jefferies betont zudem, dass die Offshore-Windprojekte planmäßig voranschreiten. Die Projekte Thor in Dänemark und Sofia im Vereinigten Königreich hätten wichtige Meilensteine erreicht – darunter die Inbetriebnahme der ersten Anlagen.

„Angesichts der Entschädigungszahlungen im Zusammenhang mit dem Projekt Eemshaven und der soliden operativen Entwicklung scheint RWE gut positioniert zu sein, mindestens das obere Ende der Prognosespanne für das Geschäftsjahr 2026 zu erreichen“, so Oddo BHF abschließend.