Der für die Besteuerung herangezogene Preis für russisches Öl hat laut Berechnungen von Reuters vom Mittwoch erstmals seit Januar 2025 das Budgetziel überschritten. Grund hierfür ist der Anstieg der Weltmarktpreise infolge des Iran-Krieges.

Russland hat seine Militärausgaben seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 erhöht, was das Haushaltsdefizit ausgeweitet hat. In den Monaten Januar und Februar belief sich dieses auf 3,45 Billionen Rubel (43,70 Milliarden Dollar) bzw. 1,5 % des Bruttoinlandsprodukts.

Der Iran-Krieg, der US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran sowie iranische Schläge gegen Israel, US-Militärstützpunkte und Golfstaaten umfasst, hat zu einem deutlichen Nachfrageanstieg nach russischem Öl und Gas geführt. Dies kurbelte die Exporte an, die zuvor unter den Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg gelitten hatten.

Händler unterstrichen den Aufschwung der russischen Einnahmen am Freitag mit der Meldung, dass die russische Referenzsorte Urals bei Lieferungen an indische Häfen erstmals mit einem Aufschlag gegenüber der internationalen Benchmark Brent gehandelt wurde.

Nach Berechnungen von Reuters, die auf Daten aus Branchenkreisen basieren, erreichte der für die Besteuerung massgebliche russische Ölpreis am Montag 6.105 Rubel pro Barrel. Dies entspricht einem Anstieg von 82 % seit dem 27. Februar, dem Tag vor Beginn der Militärkampagne der USA und Israels gegen den Iran.

Dieser Wert liegt über dem im Bundeshaushalt 2026 angenommenen Preis von 5.440 Rubel pro Barrel (bzw. 59 Dollar pro Barrel bei einem Wechselkurs von 92,2 Rubel je US-Dollar).

Dass russisches Öl über den Budgetzielen gehandelt wird, könnte jedoch von kurzer Dauer sein, da die weltweiten Ölpreise sinken und der Rubel an Stärke gewinnt.

Russisches Öl notierte am Mittwoch bei rund 62 Dollar pro Barrel und gab damit nach, nachdem Berichte über eine mögliche Freigabe von Ölreserven die Runde machten. Damit soll das Öldefizit gemildert werden, das durch die Blockade der Strasse von Hormus – einer zentralen Route für globale Ölströme – entstanden ist.

Die Probleme des Bundeshaushalts verdeutlichend, fielen die staatlichen russischen Öl- und Gaseinnahmen im Februar laut Daten des Finanzministeriums im Vergleich zum Vorjahresmonat um 44 % auf 432,3 Milliarden Rubel. Grund hierfür waren niedrigere Ölpreise und ein stärkerer Rubel.