Ruhige Stimmung an den europäischen Börsen trotz Turbulenzen an der Wall Street
Am Freitag herrscht auf den europäischen Märkten eine gewisse Ruhe, nachdem eine besonders bewegte Woche zu Ende geht, die vor allem von den Sorgen der Anleger über die Aussichten der künstlichen Intelligenz geprägt war.
Veröffentlicht am 06.02.2026 um 12:03
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Zur Erinnerung: Der Nasdaq 100 gab am Donnerstag um 1,38% auf 24 550 Punkte nach, den niedrigsten Stand seit über zwei Monaten. Der S&P 500 verlor -1,23% auf 6 798 Punkte und der Dow Jones büßte seinen Status als Gegengewicht zum Rückgang der "Technos" mit einem Minus von -1,2% auf 48 909 Punkte ein.
Das Blutbad im Bereich Software und digitale Dienstleistungen setzte sich fort, da Anleger befürchteten, dass die in dieser Woche von Anthropic vorgestellten disruptiven Tools die Geschäftsmodelle der Tech-Giganten obsolet machen könnten.
Amazon trug gestern Abend nicht dazu bei, die Sorgen um eine KI-Blase zu zerstreuen, als das Unternehmen anlässlich der Veröffentlichung seiner Quartalsergebnisse ankündigte, im Jahr 2026 rund 200 Milliarden Dollar investieren zu wollen.
Die europäischen Börsen zeigen sich am Freitag dennoch widerstandsfähig in diesem Umfeld, auch wenn "die jüngsten Bewegungen darauf hindeuten, dass die Volatilität in den kommenden Wochen hoch bleiben dürfte", so Invest Securities.
"Es wird bis Ende Februar, wenn nicht sogar bis Ende März dauern, um das Konsensszenario zu bestätigen oder zu widerlegen, das für 2026 einen starken Ergebnisaufschwung (+14,9%) nach einer nahezu stabilen Entwicklung im Jahr 2025 (+1,6%) vorsieht", schätzt das Analysehaus bezüglich der europäischen Werte.
Deutsche Industrieproduktion schwach
Bei den morgendlichen Statistiken ist festzuhalten: Nach einem mäßigen Anstieg von 0,2% im November (nach oben revidiert von zunächst gemeldeten 0,8%) ist die deutsche Industrieproduktion im Dezember 2025 im Vergleich zum Vormonat um 1,9% zurückgegangen.
Frankreich verzeichnete im Dezember 2025 ein Handelsbilanzdefizit von 4,84 Milliarden Euro, verglichen mit 4,04 Mrd.€ im Vormonat, wie aus den saisonbereinigten Zahlen der Zollverwaltung hervorgeht.
Erwähnenswert ist, dass das US-Arbeitsministerium die Veröffentlichung seines Arbeitsmarktberichts für Januar (ursprünglich für heute geplant) aufgrund des in den vergangenen Tagen die Bundesverwaltung betreffenden "Shutdowns" auf den 11. Februar verschoben hat.
Stellantis schwer abgestraft, Vinci gefragt
Bei den Einzelwerten in Paris muss Stellantis (-23%) einen kräftigen Kursrutsch nach einer kostspieligen strategischen Kehrtwende hinnehmen. Der Konzern wird im zweiten Halbjahr 22 Mrd.€ an Sondereffekten verbuchen, was 2025 zu einem Nettoverlust von über 20 Mrd.€ führen wird.
Société Générale (-5%) verliert trotz eines soliden vierten Quartals: Der Markt konzentriert sich weiterhin auf den Rückgang der FICC-Erträge (-13%) und bleibt zurückhaltend, trotz einer Dividende von 1,61 € und einem Aktienrückkauf von 1,46 Mrd.€.
Im Gegensatz dazu führt Vinci den CAC 40 mit einem Plus von 8% an, nachdem der Bau- und Konzessionskonzern starke Ergebnisse für 2025 und positive Aussichten für 2026 vorgelegt hat, was durch positive Analystenkommentare unterstützt wurde.

















