Düsseldorf, 11. Mrz (Reuters) - Rheinmetall erwartet durch die weltweiten Krisen und Kriege rasantes Wachstum. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern will nach einem Umsatz- und Gewinnplus 2025 auch im laufenden Jahr deutlich zulegen. Der Konzernumsatz werde um 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro steigen, teilte Rheinmetall am Mittwoch mit. Die operative Ergebnismarge im Konzern solle auf 19 Prozent klettern nach 18,5 Prozent im Jahr 2025. Waffen von Rheinmetall kämen auch im Iran-Krieg zum Einsatz. Unter anderem wollen die Düsseldorfer den USA helfen, ihre durch die heftigen Angriffe auf Iran geleerten Raketen-Arsenale wieder aufzufüllen, hieß es in einer Präsentation. Der Auftragsbestand (Backlog) könne sich bis Jahresende mehr als verdoppeln auf 135 Milliarden Euro.

"Die angespannte sicherheitspolitische Lage untermauert die aussichtsreiche Position des Konzerns", teilte Rheinmetall am Mittwoch weiter mit. Der Konzern hatte 2025 einen Umsatzanstieg von 29 Prozent auf rund 9,9 Milliarden Euro verbucht. Das operative Ergebnis (Ebit vor Sondereffekten) stieg um 33 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro. Vor allem das margenstarke Geschäft mit Waffen und Munition trug dazu bei. Der Auftragsbestand erreichte den neuen Rekordwert von 63,8 (Vorjahr: 46,9) Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen für 2025 eine kräftig erhöhte Dividende von 11,50 (8,10) Euro je Anteilsschein erhalten. Analysten hatten nach einer Vara-Umfrage im Mittel für das vergangene Jahr einen Umsatz von 10,1 Milliarden Euro und eine Ebit-Marge von 19 Prozent erwartet. Die Dividende sahen die Experten bei 10,54 Euro. Für 2026 rechnen sie mit einem Umsatz von 14,1 Milliarden Euro und einer Marge von 19,6 Prozent.

"Wir werden gebraucht, wenn es darum geht, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas zu erhöhen und eine wirksame Abschreckung zu schaffen", bilanzierte Rheinmetall-Chef Armin Papperger. "Wir haben operativ ein neues Rekordergebnis erzielt und werden die Profitabilität des Konzerns weiter steigern." Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wird die westliche Rüstungsindustrie dringend für die Stärkung der Streitkräfte gebraucht. Munition und Raketen werden aber auch angesichts des Iran-Kriegs dringend benötigt. Rheinmetall hatte jüngst angekündigt, die Raketenfertigung so schnell wie möglich auszubauen.

Erst im November hatte sich Rheinmetall neue Mittelfrist-Ziele gesteckt. Der Konzern will seinen Umsatz bis 2030 auch dank seiner neuen Marine-Sparte auf rund 50 Milliarden Euro verfünffachen im Vergleich zu 2024. Die operative Marge soll dann bei über 20 Prozent liegen nach 15,2 Prozent 2024. Vom zivilen Geschäft mit der Autoindustrie will sich Rheinmetall dagegen verabschieden, die Transaktion soll nach früheren Ankündigungen noch im ersten Quartal in trockene Tücher gebracht werden. Papperger sprach von einem "schweren Schritt".

Er hatte Rheinmetall eine neue Struktur mit fünf Sparten verordnet, um das Wachstum stemmen zu können. Diese umfasst Kampffahrzeuge, Munition, Air Defence, Digitales und Marine. Mit den neuen Fabriken in Europa will Rheinmetall die Munitionsproduktion nach oben treiben. Der Konzern hatte angekündigt, ab 2027 insgesamt rund 1,5 Millionen Schuss Artilleriegranaten jährlich herstellen zu wollen.

(Bericht von Matthias Inverardi und Miranda Murray, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)