Brüssel/Berlin, 30. Mrz (Reuters) - Der TV-Konzern RTL hat der EU-Kommission im Ringen um die geplante Übernahme von Sky Deutschland Zugeständnisse angeboten. "Wir können bestätigen, dass die Parteien Zusagen abgegeben haben", erklärte am Montag ein Sprecher der Europäischen Kommission, ohne jedoch Einzelheiten dazu zu nennen. Die vorläufige Frist für eine Entscheidung der Brüsseler Behörde sei nun der 22. April. Die Zugeständnisse dürften dazu beitragen, dass die Übernahme schneller genehmigt werden könnte und die Wettbewerbshüter nicht in eine vertiefte Prüfung von rund 90 Arbeitstagen einsteigen.
Von RTL war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Das Medienunternehmen hatte am Freitag erklärt, man kommentiere laufende Verfahren nicht. "Wir arbeiten konstruktiv mit der Europäischen Kommission zusammen und sind zuversichtlich, dass die Übernahme von Sky Deutschland in der ersten Hälfte des Jahres 2026 genehmigt und abgeschlossen wird."
Als mögliches Zugeständnis könnte RTL die Werbevermarktung an Dritte auslagern, um Wettbewerbsbedenken auszuräumen. Dies hatte die Nachrichtenagentur Reuters vergangene Woche von Insidern erfahren. Ursprünglich sollte die Frist für die EU am 8. April enden. Sie wurde nun automatisch um zehn Arbeitstage verlängert.
Mit der Transaktion wollen sich zwei europäische Medienanbieter im Sport- und Unterhaltungsbereich zusammenschließen, um im Wettbewerb mit den US-Schwergewichten Netflix, Disney und Amazon Prime in Deutschland aufzuholen. Durch den Kauf des Bezahlsenders erhält die Bertelsmann-Tochter RTL Zugang zu Sportrechten von Sky, darunter die Fußball-Bundesliga, die englische Premier League und die Formel 1. Zudem geht der Streaming-Dienst WOW zu RTL über. Sky Deutschland, das zum US-Konzern Comcast gehört, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig.
RTL hatte im Juni 2025 angekündigt, den Pay-TV-Sender Sky Deutschland zu übernehmen. Comcast bekommt 150 Millionen Euro in bar und kann - abhängig von der Entwicklung der RTL-Aktie - in den nächsten Jahren einen Nachschlag von bis zu 377 Millionen Euro erhalten. Der Deal soll nach drei Jahren 250 Millionen Euro an Synergien bringen. RTL Deutschland hatte im Dezember angekündigt, rund 600 Jobs abzubauen, um sich noch mehr auf Streaming zu fokussieren.
(Bericht von Foo Yun Chee in Brüssel und Klaus Lauer in Berlin, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
RTL Group S.A. ist der größte audiovisuelle Konzern in Europa. Der Umsatz nach Geschäftsbereichen verteilt sich wie folgt:
- Betrieb von TV- und Radiosendern (60,2%): Minderheits- und Mehrheitsbeteiligungen an 60 TV-Sendern (u.a. RTL Television, Super RTL, M6, Five, VOX, Antena 3, etc.) und 37 Radiosendern (u.a. RTL; 1. französisches Radio, RTL 2, Fun Radio, etc.) ;
- Produktion und Vertrieb von Fernsehprogrammen (34,1%): Spiele, Seifenopern, Sportereignisse, etc. Darüber hinaus entwickelt die Gruppe eine Aktivität zur Vermarktung von audiovisuellen Rechten;
- sonstige (5,7%): insbesondere Betrieb der Internetseiten von Fernsehsendern und Radiosendern.
Der Umsatz nach Einnahmequellen gliedert sich in den Verkauf von Werbeflächen (55,6%), audiovisuellen Rechten (6%) und Sonstiges (38,4%).
Die geografische Verteilung des Umsatzes ist wie folgt: Deutschland (38,8%), Frankreich (21,7%), USA (13,6%), Großbritannien (5,9%) und sonstige (20%).
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Investment
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Gesamt
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Qualität der Veröffentlichungen
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ESG MSCI
ESG MSCI
Der MSCI-ESG-Score bewertet die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung eines Unternehmens nach der Methodik von MSCI. Er ordnet das Unternehmen im Vergleich zu seinen Branchenkollegen auf einer Skala von CCC (sehr schwach) bis AAA (ausgezeichnet) ein. Dieser Score wird von Anlegern genutzt, um nicht-finanzielle Kriterien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.