Dieser Schritt folgt auf eine etwas deutlichere Anhebung im Januar, die jedoch nicht global und nicht spezifisch auf Goldmodelle ausgerichtet war. Die Maßnahme spiegelt die robuste Nachfrage nach Premiumprodukten wider, obwohl sich der breitere Luxusgütermarkt derzeit eher verhalten präsentiert.
Auch andere führende Luxusmarken haben an der Preisschraube gedreht. So erhöhte die zum Richemont-Konzern gehörende Marke Cartier die Preise für ihre Golduhren im vergangenen Monat um bis zu 10%, wie Mark Xu, Marketingleiter der Analyseplattform WatchCharts, berichtet.
Richemont gab in seinem Geschäftsbericht an, bei seinen Schmuckhäusern, zu denen auch Cartier gehört, maßvolle Preiserhöhungen umgesetzt zu haben. Als Gründe nannte der Konzern die steigenden Goldpreise sowie Währungsschwankungen.
Bereits das vergangene Jahr war mit mehr als einer Preiserhöhung branchenunüblich, was jedoch auf US-Einfuhrzölle zurückzuführen war – diese liegen für die Schweiz, dem weltweit wichtigsten Standort der Uhrenindustrie, derzeit bei 10%.
ZWEITE PREISERHÖHUNG ÜBERRASCHT
Die zweite Preisanhebung von Rolex in diesem Jahr kam für den Markt überraschend, sagt Erik Boneta von Boneta Inc, einem US-Händler für zertifizierte Gebrauchtuhren: „Niemand hat das kommen sehen.“
Branchenanalysten betonen jedoch, dass es dem Luxusuhrenmarkt gelingt, Zeitmesser, die als seltene Anlageobjekte vermarktet werden, an superreiche Kunden zu verkaufen – selbst wenn Kunden aus der Mittelschicht ihre Ausgaben für Luxusgüter eingestellt haben.
Laut WatchCharts hatte Rolex die Durchschnittspreise für seine Uhren bereits im Januar in Deutschland, Hongkong, Japan, Großbritannien und den USA um 6,2% erhöht.
Rolex lehnte eine Stellungnahme zu diesem Bericht ab. Richemont reagierte nicht auf eine Anfrage von Reuters.
GOLDPREISE SIND MASSIV GESTIEGEN
Die Goldpreise haben sich seit 2024 auf rund 4.200 USD pro Unze fast verdoppelt. Golduhren einiger Marken von Rolex, Richemont, LVMH, Swatch, Breitling und Chopard sind im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt um 4% bis 6% teurer geworden, so Zouheir Guedri, Gründer des Marktforschungsunternehmens Data&Data.
Er erklärte, dass Luxusuhrenhersteller gezielt die Elite ansprechen, die weiterhin über verfügbares Kapital verfügt, und ihre Kunden verstärkt zu Modellen aus Edelmetall und High-End-Referenzen drängen.
Bei einigen Modellen fielen die Preissteigerungen noch deutlich massiver aus. Eine Weißgold-Version der Rolex Cosmograph Daytona – ein Modell, das in den 1970er Jahren durch den Hollywood-Schauspieler Paul Newman bekannt wurde – wird in den USA für 59.100 USD verkauft. Das entspricht einem Anstieg von 14% in diesem Jahr und 33% seit 2024.
EXPORT VON PREMIUM-UHREN SPRINGT AN
Die Schweizer Exporte von Uhren im Wert von mehr als 20.000 Schweizer Franken (25.038 USD) haben sich gegenüber dem Vor-Pandemie-Niveau mehr als verdoppelt. Laut Analysten von Vontobel machten sie im Jahr 2025 mehr als zwei Drittel des gesamten Branchenwerts von 24,4 Mrd. Franken aus.
Im Jahr 2019 lag dieser Anteil noch bei lediglich 22%.
Die Nachfrage nach Rolex-Uhren wird das Angebot auch weiterhin übersteigen, prognostiziert Simon Lazarus, Leiter PR und Content bei der Online-Luxusuhrenplattform Chrono Hunter.
„Es läuft alles auf die Begehrlichkeit der Marke hinaus“, sagte er. „Rolex war schon immer der Überflieger.“
(1 USD = 0,7988 Schweizer Franken)



















