Energie: Die Ölpreise setzen ihren Aufwärtstrend fort. Symbolträchtig hat der US-Referenzpreis WTI die Marke von 100 USD überschritten und notiert derzeit bei rund 102 USD. Zwar betont Donald Trump in sozialen Netzwerken diplomatische Fortschritte im Umgang mit Iran, doch an den Märkten stößt das auf Skepsis. Viele Investoren werten diese Aussagen als politische Strategie, um die Kraftstoffpreise zu drücken. Die militärische Realität spricht eine andere Sprache: Die USA verlegen tausende Soldaten in die Region, die Huthi-Rebellen greifen in den Konflikt ein und gefährden den Schiffsverkehr im Roten Meer, während die Blockade der Straße von Hormus anhält.
Die Preise spiegeln weiterhin eine erhebliche Risikoprämie wider, die angesichts der diplomatischen Sackgasse bestehen bleiben dürfte. Ein von den USA vorgeschlagener 15-Punkte-Friedensplan wurde von Iran abgelehnt, das seinerseits Sicherheitsgarantien und die Anerkennung seiner Kontrolle über die Straße von Hormus fordert. Das Risiko einer weiteren militärischen Eskalation bleibt hoch. Donald Trump erwägt zudem den Einsatz von Bodentruppen, um die strategisch wichtige iranische Ölverladeinsel Kharg unter Kontrolle zu bringen. Seit Beginn des Konflikts ist der Brent-Preis um rund 50 % gestiegen.
Metalle: Aluminium rückt zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. Iranische Angriffe haben mehrere große Produktionsstandorte im Nahen Osten getroffen. Der Preis legte um 6 % zu und nähert sich in London der Marke von 3.500 USD je Tonne. Der Nahe Osten steht für rund 10 % der weltweiten Aluminiumproduktion.
Im Gegensatz dazu profitieren Gold und Kupfer nicht von den geopolitischen Spannungen. Der Goldpreis ist zuletzt sogar wieder unter 4.500 USD je Unze gefallen. Hintergrund sind die hohen Ölpreise, die Inflationssorgen schüren und Erwartungen an weiterhin hohe Zinsen in den USA verstärken. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, verliert es in einem Umfeld steigender Zinsen an Attraktivität.
Ähnlich präsentiert sich die Lage bei Kupfer, dessen Preis seit Monatsbeginn um rund 7 % nachgegeben hat. Investoren fürchten, dass hohe Energiepreise und steigende Zinsen das globale Wachstum bremsen und die Nachfrage nach Industriemetallen dämpfen. In London wird die Tonne Kupfer aktuell zu 12.195 USD (Spotpreis) gehandelt.
Agrarrohstoffe: Die Preise für Getreide ziehen insgesamt an. Weizen steigt auf 607 US-Cent je Scheffel, Mais und Sojabohnen notieren bei 469 bzw. 1.176 US-Cent (Kontrakte mit Fälligkeit im Mai 2026). Da Mais und Soja als Ausgangsstoffe für Biokraftstoffe dienen, folgen ihre Preise eng den Bewegungen am Ölmarkt.























