Energie: Die Rohölpreise befinden sich im freien Fall. Auslöser ist die Normalisierung der Märkte nach der Ankündigung einer Grundsatzvereinbarung zwischen den USA und dem Iran. Brent wird heute Morgen bei rund 83 US-Dollar je Barrel gehandelt – ein Rückgang von 12 % auf Wochensicht und von 20 % innerhalb eines Monats. WTI notiert bei etwa 81 US-Dollar je Barrel. Die Vereinbarung sieht die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen sowie die baldige Wiederöffnung der Straße von Hormus vor, einer strategisch wichtigen Schifffahrtsroute für nahezu 20 % der weltweiten Ölströme. Einzelheiten der Verpflichtungen müssen allerdings noch bestätigt werden, insbesondere mit Blick auf das iranische Atomprogramm, das Gegenstand weiterer Verhandlungen sein wird. Das Abkommen soll nach mehreren Wochen pakistanisch vermittelter Gespräche am Freitag in der Schweiz offiziell unterzeichnet werden.
Metalle: Gold, dessen Preis in der vergangenen Woche nur knapp an der symbolischen Marke von 4.000 US-Dollar scheiterte, legt nach dem Iran-USA-Abkommen kräftig zu. Das Edelmetall stellt gewissermaßen das Gegenstück zum Öl dar: Steigende Energiepreise treiben die Inflationserwartungen nach oben und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit länger hoher Leitzinsen durch Fed und EZB – ein Umfeld, das für Gold, das keine laufenden Erträge abwirft, traditionell ungünstig ist. Der Rückgang der Ölpreise kommt dem Edelmetall daher zugute. Gold steigt heute Morgen auf 4.310 US-Dollar. Kupfer setzte hingegen in der vergangenen Woche seine Schwäche fort und fiel an der London Metal Exchange (LME) auf 13.380 US-Dollar je Tonne, den tiefsten Stand seit drei Wochen. Verantwortlich sind die Spannungen im Nahen Osten sowie die Aussicht auf eine Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums, die die Sorgen um die Kupfernachfrage verstärken. Gleichzeitig schrumpfen die Lagerbestände in den LME-Lagerhäusern weiter, was auf ein zunehmend knappes Angebot hindeutet.
Agrarrohstoffe: Sojabohnen geben in Chicago auf 1.110 Cent je Scheffel nach. Belastend wirken ergiebige Niederschläge im amerikanischen Mittleren Westen, die das Pflanzenwachstum fördern, sowie die rückläufigen Rohölpreise, die den Markt für Sojaöl – einen wichtigen Bestandteil von Biodiesel – unter Druck setzen. Mais hält sich dagegen mit rund 410 Cent je Scheffel weitgehend stabil, obwohl sich die Produktionsaussichten verbessern. Das US-Landwirtschaftsministerium USDA hat seine Ertragsprognosen für Argentinien und Brasilien angehoben. Beim Weizen gibt es derweil kaum Neuigkeiten. Der Preis bewegt sich weiterhin um 580 Cent je Scheffel.


























