Energie: Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt angespannt, doch der Markt konzentriert sich derzeit eher auf die positiven Signale. Schließlich stehen die USA und der Iran in direkten oder indirekten Verhandlungen. Dadurch geraten die Ölpreise etwas unter Druck: Brent notiert bei rund 100 US-Dollar, während WTI auf 97 US-Dollar zurückfällt. Diese Entspannung bleibt allerdings fragil, da die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiterhin hoch sind. Erst am vergangenen Freitag kam es erneut zu militärischen Zwischenfällen nahe der Straße von Hormus. Donald Trump spielte die Vorfälle herunter und erklärte, die Waffenruhe halte weiterhin. Der weitere Kursverlauf dürfte stark von den Verhandlungen abhängen: Ein Friedensabkommen und die Wiederöffnung der Straße von Hormus würden die Ölpreise deutlich sinken lassen. Verzögerungen bei den Gesprächen hingegen dürften die Preise hoch halten.

Metalle: Gold legt ebenso wie Öl im Takt der Entwicklungen im Nahen Osten zu. Ein mögliches Abkommen würde die Sorgen über eine energiebedingte Inflation deutlich reduzieren. Bei kontrollierter Inflation hätte die US-Notenbank mehr Spielraum für Zinssenkungen. Gold profitiert traditionell von fallenden Zinsen, da das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft. Die Aufwärtsbewegung bleibt jedoch durch die anhaltenden Unsicherheiten begrenzt. Der Iran weigert sich bislang, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Die Feinunze Gold steigt damit auf 4.730 US-Dollar. Silber folgt der Bewegung und klettert auf 85 US-Dollar. In London verzeichnet Kupfer die stärkste Wochenperformance seit Januar. Die Tonne Kupfer notiert bei 13.573 US-Dollar (3-Monats-Kontrakt). Hintergrund ist die zunehmende Belastung des globalen Angebots. Zum einen verschiebt der Bergbaukonzern Freeport-McMoRan die Rückkehr seiner Grasberg-Mine in Indonesien auf volle Kapazität – eine der größten Kupferminen weltweit. Zum anderen beeinträchtigen die Blockaden in der Straße von Hormus die Versorgung mit Schwefelsäure, einem unverzichtbaren Bestandteil der Kupferproduktion.

Agrarrohstoffe: Weizen, Mais und Sojabohnen legen in Chicago eine Verschnaufpause ein. Die Preise gaben in der vergangenen Woche nach. Weizen wird derzeit bei rund 614 Cent gehandelt (Juli 2026-Kontrakt). Der Markt beobachtet aufmerksam die Wetterlage in den USA, wo Trockenheit die amerikanischen Weizenanbaugebiete belastet. Deutlich dynamischer entwickelt sich dagegen Kakao: Die Preise sind innerhalb von fünf Tagen um rund 20 % gestiegen. Grund dafür sind wachsende Sorgen über die Ernteaussichten in Westafrika infolge eines Mangels an Düngemitteln.