Energie: Die Blockade von Öltankern in der Straße von Hormus, einer zentralen Lebensader für den globalen Energietransport, hat die Rohölpreise deutlich nach oben getrieben - der Brent-Spotpreis bewegte sich am gestrigen Montag zwischen 83,60 USD und 119,25 USD. Angesichts dieser Preisexplosion versucht die Regierung Trump, den Markt zu beruhigen. Washington hat zugesagt, die Sicherheit der Schiffe durch Marineeskorten zu gewährleisten, und erwägt zudem, auf strategische Ölreserven zurückzugreifen. Darüber hinaus haben die Vereinigten Staaten Ausnahmeregelungen erteilt, die den Kauf von auf Schiffen gelagertem russischem Öl erlauben, insbesondere für Lieferungen nach Indien. Ziel dieser Maßnahme ist es, schwimmende Lagerbestände in der asiatischen Region freizusetzen und so den Angebotsdruck zu verringern. In diesem Zusammenhang bleibt Russland der große Gewinner dieser Krise. Zudem organisiert Saudi-Arabien einen Teil seiner Lieferketten neu und leitet einen Teil seiner Produktion über das Rote Meer um, um die Blockade der Straße von Hormus zu umgehen. Dennoch steigen die Ölpreise weiter. Versicherer kündigen Deckungen für Schiffe, die das Konfliktgebiet durchqueren, und es ist sehr wahrscheinlich, dass militärische Eskorten Zeit benötigen werden, um vollständig eingerichtet zu werden. Solange der normale Fluss durch die Straße von Hormus nicht wiederhergestellt ist, dürfte die geopolitische Risikoprämie die Preise auf hohem Niveau halten.

Metalle: Aluminium hat in London die Marke von 3.400 USD überschritten, befeuert durch Lieferunterbrechungen im Nahen Osten. In der vergangenen Woche stiegen die Preise um 5 %. Die Schließung einer Schmelze in Katar und der Stopp von Lieferungen aus Bahrain treiben die Notierungen abrupt nach oben – zumal die Lagerbestände auf den niedrigsten Stand seit 2023 gefallen sind. Im Gegensatz dazu gibt Kupfer nach, belastet durch einen schnellen Lageraufbau, der kurzfristig auf ein Überangebot hindeutet. Die Tonne Kupfer wird an der LME im Kassahandel derzeit um 12.900 USD gehandelt. Bei den Edelmetallen bewegt sich Gold in einem schwierigen Umfeld und schwankt um die Marke von 5.100 USD je Unze. Einerseits stützt die militärische Eskalation im Nahen Osten die Nachfrage nach Gold, das in Zeiten geopolitischer Unsicherheit als sicherer Hafen gilt. Andererseits belasten die Stärke des US-Dollars und steigende Anleiherenditen das Edelmetall, das selbst keine laufenden Erträge abwirft. Zudem schürt der Anstieg der Ölpreise Inflationssorgen, was die US-Notenbank dazu veranlassen könnte, die Zinsen länger auf hohem Niveau zu halten.

Agrarrohstoffe: Die Agrarmärkte zeigen in dieser Woche ein gemischtes Bild. Soja setzt seinen Aufwärtstrend fort, unterstützt durch steigende Ölpreise – ein wachsender Anteil der Ernte wird für die Produktion von Biokraftstoffen verwendet. Weizen hingegen bleibt unter Druck, da das weltweite Angebot reichlich ist. Der Scheffel Weizen notiert leicht im Plus bei rund 600 Cent (Kontrakt Mai 2026).