Der Konzern teilte mit, dass die Studie nicht überzeugend belegen konnte, dass Giredestrant – als Erstlinientherapie in Kombination mit Pfizers Ibrance verabreicht – das Fortschreiten der Erkrankung im Vergleich zu einer Standard-Hormontherapie in Kombination mit derselben Behandlung verlangsamt.

Das Medikament gehört zur Klasse der selektiven Östrogenrezeptor-Degrader (SERD), einem therapeutischen Ansatz für östrogensensitive Tumoren, die bis zu 80 % aller Brustkrebsfälle ausmachen.

Für AlphaValue bleibt der Rückschlag jedoch begrenzt. „Dieser Rückschlag betrifft nur eine von zwei Phase-III-Studien in dieser Indikation“, betont das Analysehaus. Die Ergebnisse der zweiten Phase-III-Studie, in der Giredestrant in Kombination mit einem vom behandelnden Arzt gewählten CDK4/6-Inhibitor bei Patientinnen mit ER+-Brustkrebs und Hormontherapie-Resistenz untersucht wird, werden im Jahr 2027 erwartet.

Trotz des angekündigten Misserfolgs geht AlphaValue davon aus, dass „Giredestrant für Roche weiterhin ein bedeutendes Medikament werden könnte“, rechnet jedoch kurzfristig mit negativen Auswirkungen auf den Aktienkurs.

Invest Securities weist darauf hin, dass diese Nachricht in ein ohnehin weniger günstiges Umfeld für Roche fällt, nachdem auch die Ergebnisse für Petrelintid – ein gemeinsam mit Zealand Pharma entwickeltes Amylin-Analogon zur Behandlung von Adipositas – als enttäuschend bewertet wurden.

Die am Donnerstag nach Börsenschluss veröffentlichten Phase-II-Daten zeigen einen maximalen Gewichtsverlust von 10,7 % nach 42 Wochen Behandlung. Dieser Wert liegt nach Einschätzung des Marktes unter den erwarteten Standards für diese Wirkstoffklasse, die in der Regel zwischen 13 % und 15 % liegen müssen, um mit den führenden Therapien konkurrieren zu können.

Bei Jefferies kommt der Fehlschlag der persevERA-Studie hingegen nicht überraschend. Der Broker ist der Ansicht, dass die Studie „mindestens unterdimensioniert“ gewesen sei. Der Rückschlag schwäche aus seiner Sicht das Szenario von mehreren Milliarden Dollar Umsatz für Giredestrant.

Der Konsens erwartet derzeit risikobereinigte Umsätze von 2,9 Milliarden Schweizer Franken im Jahr 2030 – rund 4 % der Konzernumsätze – sowie einen Spitzenumsatz von 5,8 Milliarden Schweizer Franken im Jahr 2034. Jefferies zeigt sich deutlich vorsichtiger und kalkuliert mit lediglich 1,2 Milliarden Schweizer Franken sowie einer Risikoanpassung von 60 %.

Nach Einschätzung des Brokers dürfte diese Ankündigung den positiven Schwung aus dem vergangenen Jahresende nach mehreren ermutigenden Studienergebnissen auslöschen und auf das Bewertungsmultiple des Konzerns drücken, das derzeit bei rund dem 17-fachen des Gewinns liegt.