Düsseldorf, 07. Mai (Reuters) - Rheinmetall hat ein erstes Gebot für die Werft German Naval Yards Kiel (GNYK) vorgelegt und macht der Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS damit Konkurrenz. Rheinmetall habe eine unverbindliche Offerte für die Werft eingereicht, erklärte der Konzern am Donnerstag in einer Präsentation für eine Analystenkonferenz. Bald würden Vertreter Rheinmetalls einen ersten Blick in die Bücher der Kieler Werft werfen können.

Rheinmetall will im neu gegründeten Marine-Geschäft rasch wachsen. Zuletzt hatte der Konzern die Marine-Sparte der Lürssen-Werft (NVL) übernommen und damit seine milliardenschwere Marine-Sparte geschmiedet. "Im maritimen Bereich deckt Rheinmetall nun das komplette Spektrum von der Entwicklung und Fertigung unbemannter Marinefahrzeuge bis hin zum Bau von Korvetten und Fregatten ab", erklärte der Konzern in seinem Quartalsbericht. Rheinmetall erwarte im zweiten Quartal "großvolumige Beauftragungen" im Marine-Geschäft, kündigte Konzernchef Armin Papperger an. "Wir haben uns sehr viel vorgenommen in dem Bereich." Auf die Kieler Werft hat indes auch TKMS ein Auge geworfen. "Für uns wäre das eine Opportunität, aber kein Muss", hatte TKMS-Chef Oliver Burkhard mit Blick auf die Kieler Werft gesagt. TKMS hatte dem kleineren Konkurrenten German Naval Yards Kiel bereits ein unverbindliches Übernahmeangebot gemacht.

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wird die westliche Rüstungsindustrie für die Stärkung der Streitkräfte gebraucht. Munition und Raketen werden aber auch angesichts des Iran-Kriegs dringend benötigt. Die Distanzierung der US-Regierung unter Präsident Donald Trump von der NATO und der geplante Abzug von US-Truppen aus Deutschland dürften die Nachfrage aus Europa nach Waffen und Munition ebenfalls weiter ankurbeln. Dies gibt auch Rheinmetall Schub.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal zwar um acht Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, Analysten hatten aber im Schnitt mit 2,3 Milliarden Euro gerechnet. Das operative Ergebnis kletterte um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro. Konzernchef Papperger hofft nun auf eine Aufholjagd im laufenden zweiten Quartal und hält an seinen Prognosen für das Gesamtjahr fest.

(Bericht von Matthias Inverardi und Miranda Murray, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)