Unter diesen Vorzeichen bekräftigt Berenberg heute Morgen seine Kaufempfehlung für die Aktie von Rheinmetall und senkt das Kursziel von 1.700 auf 1.650 EUR. Der Analyst ist der Ansicht, dass die Streichung des F126-Fregattenprogramms nur begrenzte finanzielle Auswirkungen hat, was zu einer Reduktion der EPS-Schätzungen für 2026 bis 2028 um 1% bis 2% führt und den wichtigsten Grund für die Senkung des Kursziels darstellt.

Das Analysehaus sieht die zentrale Aufgabe nun darin, einen kontrollierten Hochlauf der Produktionskapazitäten nachzuweisen - insbesondere nach den zuletzt beobachteten Lieferproblemen bei Munition und Lkw - während die angekündigte Partnerschaft mit Lockheed Martin im Bereich Raketen als beruhigendes Signal gewertet wird.

Die Studie hebt zudem solide Aussichten für das zweite Quartal hervor: Erwartet wird eine deutliche Beschleunigung des Umsatzes im Munitionsgeschäft sowie ein Auftragseingang in der Größenordnung mehrerer Dutzend Milliarden EUR - trotz der durch das F126-Programm entstehenden Einbußen.

Bernstein bestätigt seinerseits die Einstufung 'Outperform' für die Aktie und belässt das Kursziel bei 1.900 EUR. Aus Sicht des Brokers sind die Zahlen zum zweiten Quartal 2026, die am 6. August erwartet werden, der wichtigste kurzfristige Kurstreiber. Man geht davon aus, dass der Konzern sein implizites Ziel eines Umsatzwachstums von rund 60% in diesem Zeitraum erreichen kann. Das könnte den Zyklus abwärts gerichteter Gewinnrevisionen beenden und eine Neubewertung der Aktie stützen.

Adrien Rabier, der zuständige Analyst, ergänzt, dass der Auftrag für den Arminius Boxer, der bis Jahresende erwartet wird, vollständig verbucht werden dürfte und 2026 den wichtigsten Kurstreiber darstellen sollte - auch wenn ihm die folgenden Tranchen unsicherer erscheinen.

Schließlich hält Bernstein das Chance-Risiko-Profil trotz einer um 18% unter dem Konsens liegenden Prognose für das operative Ergebnis 2030 weiterhin für attraktiv. Rheinmetall verfüge nach wie vor über ein 'beispielloses' Wachstumsprofil, eine starke Wettbewerbsposition und eine als attraktiv eingeschätzte Bewertung.

Um 11 Uhr gab die Aktie in Frankfurt um rund 3,5% nach und setzte damit ihre kräftige Korrektur fort: Seit Jahresbeginn hat das Papier fast ein Drittel seines Wertes eingebüßt.