Im Rahmen einer Telefonkonferenz mit Investoren erklärte Rheinmetall, dass das zweite Quartal „eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem ersten Quartal“ bringen dürfte. Das Unternehmen verwies darauf, dass rund 300 Mio. Euro Umsatz, die im ersten Quartal nicht verbucht werden konnten, nun im zweiten Quartal erfasst werden sollen. Dabei handelt es sich um etwa 200 Mio. Euro aus Militärfahrzeugen sowie rund 100 Mio. Euro aus Munitionslieferungen. Dies sollte die Umsatzentwicklung spürbar beleben.

Darüber hinaus wird das zweite Quartal erstmals von einem vollständigen Quartalsbeitrag des Marinegeschäfts profitieren. Im ersten Quartal war lediglich ein Monat der Sparte konsolidiert worden.

„Wir gehen davon aus, dass die erwartete Beschleunigung der Auslieferungen die Generierung des freien Cashflows automatisch unterstützen wird, da die Lagerbestände zurückgehen dürften“, kommentierte Saïma Hussain, Analystin bei AlphaValue.

Die Analystin berichtete zudem, dass sich Rheinmetall zufrieden über den Verkauf seiner Automobilsparte geäußert habe, wodurch der Konzern zu einem reinen Verteidigungsunternehmen wird. „Auch wenn die strategische Logik nachvollziehbar ist, erscheinen uns die Bedingungen der Transaktion vergleichsweise ungünstig“, schränkt AlphaValue jedoch ein.

Zur Erinnerung: Rheinmetall hatte vergangene Woche die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit der Münchner Industrieholding AEQUITA über den Verkauf des Automobilgeschäfts bekannt gegeben, das in der ehemaligen Division Power Systems gebündelt ist. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der regulatorischen Genehmigungen und soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden.

Der vorläufige Kaufpreis für 100 % der Anteile beläuft sich auf 350 Mio. Euro, vorbehaltlich der üblichen Anpassungen bis zum Abschluss der Transaktion. Die veräußerte Sparte erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 2 Mrd. Euro.

Kurz nach 15 Uhr notierte die Rheinmetall-Aktie an der Frankfurter Börse 0,3 % im Plus, während der DAX um 0,46 % nachgab.