Die Renditen für britische Staatsanleihen (Gilts) mit Laufzeiten von 20 und 30 Jahren stiegen am Freitag auf den höchsten Stand seit 1998. Die britischen Rentenmärkte weiteten damit ihren Ausverkauf aus, der durch innenpolitische Unsicherheiten und globale Inflationssorgen getrieben wurde, was auch die 10-jährigen Renditen auf den höchsten Stand seit 2008 hievte.

Großbritannien begibt zwar kaum noch Schuldtitel mit 20- und 30-jähriger Laufzeit, doch gelten die Renditen dieser Papiere mitunter als Barometer für die Bedenken der Investoren hinsichtlich der langfristigen Kreditaufnahme und der Inflationsentwicklung.

Die Rendite der 30-jährigen Gilts stieg laut LSEG-Daten bis 10:42 Uhr GMT auf bis zu 5,822 %, was einem Tagesplus von 17 Basispunkten entspricht. Damit wurde der bisherige Höchststand von 5,813 % vom Dienstag übertroffen. Die 20-jährigen Renditen erreichten mit 5,766 % einen ähnlich starken Zuwachs.

Die 10-jährigen Renditen - die stärker widerspiegeln, zu welchen Konditionen Großbritannien neue Kredite aufnimmt - markierten in der Spitze 5,153 % und notierten um 10:54 Uhr GMT mit einem Plus von 14 Basispunkten bei 5,133 %.