Rémy Cointreau setzt sich kurz nach Handelsbeginn mit einem Plus von 13,92% auf 42,72 Euro an die Spitze des SBF 120. Der Konzern legte erwartungsgemäß rückläufige Jahresergebnisse vor, doch einige Analysten bewerten diese insgesamt als etwas besser als befürchtet.
Im Geschäftsjahr 2025-2026 belief sich der bereits bekannte Umsatz auf 935,3 Millionen Euro, was einem Rückgang von 5% auf berichteter Basis und einem leichten organischen Plus von 0,2% entspricht. Dieser Rückgang in den berichteten Daten ist teilweise auf einen negativen Währungseffekt von 5,2% zurückzuführen, insbesondere beim US-Dollar und dem chinesischen Renminbi.
Das ordentliche Betriebsergebnis (EBIT) verschlechterte sich um 23,5% bzw. um 11,5% auf vergleichbarer Basis (konstante Wechselkurse und Konsolidierungskreis) auf 165,4 Millionen Euro. Der Konzern präzisierte, dass dieser deutliche Rückgang primär die Reduzierung der Bruttomarge widerspiegelt, bedingt durch die Verbuchung zusätzlicher Zollgebühren sowie eine ungünstige Entwicklung des Preis-Mix und der Produktionskosten. Dieser Rückgang wurde laut Pressemitteilung jedoch teilweise durch eine strikte Kontrolle der Strukturkosten aufgefangen. Die operative Marge sank derweil um 4,4 Prozentpunkte auf 17,7% auf berichteter Basis. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn verzeichnete mit 78,7 Millionen Euro einen Rückgang von 35,1% (berichtet) bzw. 21,1% (organisch).
Analystenstimmen
Für Jefferies und Oddo BHF liegt das organische EBIT von 165,4 Millionen Euro über ihren Erwartungen, die bei 164,8 bzw. 163 Millionen Euro lagen.
Was den Ausblick betrifft, strebt Rémy Cointreau für 2026-2027 'eine Rückkehr zu einem nachhaltigen organischen Umsatzwachstum mit einer schrittweisen Verbesserung der Dynamik im Jahresverlauf' an. Das Unternehmen prognostiziert zudem eine leichte organische Verbesserung der operativen Marge. Diese Prognose basiert auf einer Schätzung des ordentlichen Betriebsergebnisses, die eine Belastung durch Zollgebühren von rund 20 Millionen Euro beinhaltet, verglichen mit 15 Millionen Euro im Zeitraum 2025-2026. Angesichts eines volatilen Umfelds dürfte sich der negative Währungseffekt auf den Umsatz auf 15 bis 20 Millionen Euro und auf das ordentliche Betriebsergebnis auf 5 bis 8 Millionen Euro belaufen.
Laut Jefferies sind diese Prognosen 'angemessen, obwohl die Sell-Side bei den Auswirkungen der Wechselkurse etwas hinterherhinkt'. Die Analysten fügen hinzu, dass sich die EBIT-Schätzung für 2026-2027 von 167,9 Millionen Euro vor allem aufgrund der Wechselkurse in Richtung ihres Niveaus von 160,3 Millionen Euro anpassen könnte. Jefferies bestätigt die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 48 Euro.
Oddo BHF bedauert hingegen, dass die mittelfristigen Perspektiven erst im kommenden November kommuniziert werden, was die Befürchtungen hinsichtlich mangelnder Visibilität bestätigt. Der Broker betont jedoch, dass der Ton des CEO beruhigend wirke: Er verwies auf eine Verbesserung des Trends für die Marken in den USA, Marktanteilsgewinne für Rémy Martin in China und eine schrittweise Erholung des Travel Retail, dessen Volumen sich in den nächsten drei Jahren verdoppeln soll. Oddo BHF bleibt bei 'Neutral' mit einem Kursziel von 43 Euro.
Schließlich bewertet TP Icap Midcap die Ergebnisse als weitgehend im Rahmen der Erwartungen und sieht darin 'die Bestätigung eines Übergangsjahres am zyklischen Tiefpunkt, das noch von einer begrenzten Erholung und anhaltendem Druck auf die Profitabilität geprägt ist'. Die Analysten ergänzen, dass trotz anhaltenden Gegenwinds erste operative Signale eine Trendwende bei den Volumina bestätigen, die Erholung zum jetzigen Zeitpunkt jedoch weitgehend technischer Natur bleibe. Ihr Urteil lautet 'Halten' mit einem Kursziel von 41 Euro.
Rémy Cointreau ist einer der weltweit führenden Hersteller und Vertreiber von Cognac, Spirituosen und Likören. Der Nettoumsatz verteilt sich wie folgt auf die Produktfamilien: - Cognac (62,1 %): Marken Rémy Martin und LOUIS XIII; - Liköre und Spirituosen (35,8 %): Likör (Cointreau), Rum (Mount Gay), Brandy (Saint Rémy und Metaxa), Single Malt Whiskys (Bruichladdich, Port Charlotte, Octomore, Westland und Domaine des Hautes Glaces). Der verbleibende Nettoumsatz (2,1 %) entfällt auf den Vertrieb von Produkten Dritter. Der Nettoumsatz verteilt sich geografisch wie folgt: Frankreich (2 %), Europa/Naher Osten/Afrika (21 %), Asien/Pazifik (40,1 %) und Amerika (36,9 %).
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Qualität der Veröffentlichungen
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ESG MSCI
ESG MSCI
Der MSCI-ESG-Score bewertet die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung eines Unternehmens nach der Methodik von MSCI. Er ordnet das Unternehmen im Vergleich zu seinen Branchenkollegen auf einer Skala von CCC (sehr schwach) bis AAA (ausgezeichnet) ein. Dieser Score wird von Anlegern genutzt, um nicht-finanzielle Kriterien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.